Der Taschenrechner ist in der Geisteswissenschaft angekommen…

Der obige Titel stammt von Philosoph und Literaturwissenschaftler Hannes Bajohr zu hören im folgenden SRF Philosophie Magazin Sternstunde https://youtu.be/w5hfJaaadBU

Treffender könnte diese Entwicklung wohl auch ChatGPT nicht zusammenfassen. Ich finde sehr spannend, wie Geisteswissenschaftler diese Entwicklung betrachten. Das Glänzen in den Augen, die Aufregung über die Entwicklung, aber auch die genialen Einordnungen der Entwicklung kann ich nur sehr empfehlen.

Der obige Ausspruch erinnerte mich an meinen Professor für angewandte Mechanik, der uns zeigte, dass er mit dem Rechenschieber Dezimalzahlen auf zwei Nachkommenzahlen schneller errechnet als wir mit unseren Taschenrechnern. Wir haben ihn dann aber doch bei einem Wettkampf “besiegt“, mit unseren Rechnern. Dass wir mit unseren Rechnern aber mal reden würden, war out of scope“.

Intelligenz, Du bist umzingelt…?

Es ist wohl unschwer zu erkennen, dass dieser Blog sich schon wieder mit ChatGPT beschäftigt, aber die Entwicklung ist so umwerfend, dass ich mit sehr heißer Nadel diesen Blog an einem Ostersonntag Nachmittag verfasse. Wir leben derzeit eine Revolution in der Revolution und ein Ende ist nicht im Entferntesten abzusehen. Ich weiß, das wird gerade im Internet letztlich in jedem Artikel behauptet, aber hier stimmt es.

Die aktuelle Version, die jeder ChatGPT Nutzer verwenden kann, ist 3.5. Ich dachte mir, es könnte sich lohnen 20EUR pro Monat zu investieren, um auch die Version 4.0 benutzen zu können. Ich wusste zwar überhaupt nicht, was mir das bringen sollte, aber es war dann wohl mehr der Instinkt als der Intellekt, der mir klar sagte: Nicht nachdenken, sondern kaufen!” Wenn man sich die recht technische Definition von Intelligenz, die KI Forscher anwenden, mal anschaut, sind die Begriffe Intelligenz und Instinkt gar nicht so weit entfernt:

Matthew Renze, Pluralsight course: AI-the big picture:

Intelligence

The ability of an agent to perceive an evironment and to choose actions that increase its chances of achiving a goal by learning, knowledge, reasoning, planning, etc.

Im Deutschen tut man sich bei der Übersetzung des Wortes “agent” schwer, ich setze dafür mal “Etwas” ein:

Intelligenz ist die Fähigkeit eines “Etwas” seine Umgebung wahrzunehmen und daher Aktionen auswählen/entscheiden kann, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, sein Ziel zu erreichen.

Wer mehr von der Technik kommt, wird hier schnell den Begriff Kybernetik aus der Regelungstechnik wiedererkennen. Ein Regler misst über einen Sensor einen Parameter seiner Umgebung (z.B.: Temperatur). Der Regler vergleicht die gemessene Temperatur mit seiner eingestellten Solltemperatur und beeinflusst nun die Regelstrecke (z.B. ein Schwimmbad), so dass die gemessene Umgebungstemperatur nur eine minimale Abweichung zur Solltempetatur aufweist. In diesem Beispiel ist der “agent” der Regler, der über einen Sensor seine Umgebung aufnimmt, um sein Ziel, die minimale Regelabweichung zur Solltemperatur zu erreichen.

Mit dieser Art der Definition abstrahiert man den Begriff Intelligenz vom Träger der Fähigkeit Intelligenz wie z.B. wir Menschen, Tiere aber auch Bakterien sie haben. Dadurch wird es aber dann auch möglich, einer Maschine intelligentes Verhalten zu “geben”. Die KI Forscher nennen das, dass Maschinen “natürliche Intelligenz” replizieren (zur Erinnerung Natur ist ein griechischer Begriff = “von selbst” während techne = “vom Menschen” bedeutet).

Mit dieser Abtrennung der Intelligenz vom Träger tun gerade wir Menschen uns schwer und das ist mehr als verständlich. Aber es ist ganz wichtig, darauf hinzuweisen, dass z.B. Systeme wie ChatGPT kein intelligentes Wesen mit einem Bewusstsein sind, aber ein “Etwas”, dass intelligente Strategien anwenden kann. Bei sogenannten NLP(=Natural Language Processing) Systemen taucht aber ein weiteres psychologisches Problem auf und das ist die Kommunikation mit der natürlichen (von selbst kommenden) Sprache. Jeder weiß, die Muttersprache kommt tatsächlich irgendwie von selbst, die Natur hat also etwas damit zu tun, aber schon für die zweite “natürliche Sprache” brauchen wir die Schule unter Umständen sogar Universitäten. Ich stamme aus dem 20. Jahrhundert, wir lernten schnell, dass beim Hören einer Stimme, diese sogar vom Mond kommen könnte oder von einer verstorbenen Person, aber sie kam von einem Menschen. Science Fiction wusste natürlich schon lange, dass das “human-centric” Unsinn war, nun ist es aber wirklich war?

Jedoch das ChatGPT kein Mensch ist, lässt sich leicht herausfinden. Kein Mensch wüsste von der Quantenmechanik bis zum Auswechseln von Scheibenbremsen soviel Details und mehr und wäre gleichzeitig so schnell und so verdammt freundlich. Und in genau dieser Tatsache steckt das ganze Problem mit KI. KI kennt keine natürlichen Grenzen, wie z.B. die kreative Müdigkeit. KI lässt sich nahezu beliebig hochskalieren. Was das z.B. für unseren Arbeitsmarkt bedeutet, das versteht, glaube ich, jeder, der bis drei zählen kann. Wir werden noch sehr ernst auf das Thema bedingungsloses Grundeinkommen zurückkommen. Diese Prognose wage ich jetzt schon und sie ist auch nicht sehr prophetisch. KI Forscher sagen selbst, dass bisher jede industrielle Revolution letztlich mehr neue Berufe geschaffen hat als sie vernichtet hat. Bei KI könnte das zum ersten Mal anders sein.

Die KI Forschung kennt drei Typen von Intelligenz:

Zurzeit benutzen wir schon viele Systeme, die zum Bereich “narrow intelligence” gehören. Sei es der Staubsauger/Rasenmäher Roboter, die Wortvorschläge bei einem Chatsystem, der Spamfilter oder “face recognition” Systeme beim Fotografieren (nur mein Handy erkennt mein Gesicht bei Aufhebung der Bildschirmsperre nicht ;-)). Auch die Rechtschreibkorrektur oder Übersetzungssysteme wie DeepL basieren auf “narrow AI”. Von der Fähigkeit, einer allgemeinen künstlichen Intelligenz spricht man, wenn ein System in verschiedensten Bereichen der Kunst=Kreativität, der Mathematik und Naturwissenschaften, der Sprache von selbst intelligent im Sinne obiger Definition handelt. Es handelt sich bei einem solchen System also nicht mehr um einen Fach-Idioten.

Anzeichen von allgemeiner künstlicher Intelligenz, meinen nun aber, Wissenschaftler von Microsoft Research bei ChatGPT 4.0 gefunden zu haben. Microsoft hat viel Geld in OpenAI investiert. Also könnte das eine Gefälligkeitsanalyse von Forschern sein. Doch ich befürchte, dass die Forscher von Microsoft recht haben. Ich glaube, dass Sam Altman, der Kopf hinter ChatGPT, uns in der Tat alt aussehen lässt.

Hier das “Abstract” der Microsoft Analyse über die Fähigkeiten von ChatGPT:

Die obige Aussage “challenging our understanding of learning and cognition” möchte ich dabei unterstreichen. Ein Kollege und ich konnten über eine Frage den Unterschied zwischen ChatGPT 3.5 und 4.0 im obigen Sinne ausmachen. Der Kollege sagte, stell doch mal ChatGPT 3.5 folgende Frage und dann ChatGPT 4.0:

Ich war verblüfft über die Antwort, hatte ich doch noch nie von einem salomonischen Knoten gehört, da war was mit einem salomonischen Urteil, aber Knoten? Irgendetwas war mit der Frage falsch, aber bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht was? ChatGPT 4.0 gab mir die Antwort:

Ich hatte natürlich den gordischen Knoten im Kopf. Nun findet man so einen Bezug unter den Knoten, auch wenn man unter Google folgenden Begriff eingibt:

Doch bedeutet die Antwort von ChatGPT 4.0, dass ChatGPT 4.0 in seiner Fähigkeit strukturelle Ähnlichkeiten (Knoten) semantisch besser verknüpfen kann als 3.5 oder simpler ausgedrückt, das neuronale Netzwerk von ChatGPT 4.0 ist besser. Diese Beobachtung reicht natürlich zur Aussage, man sähe so etwas wie allgemeine künstliche Intelligenz überhaupt nicht aus. Dazu haben die Microsoft Forscher allerdings viel mehr unternommen, um zu der Aussage des obigen Abstracts zu kommen. Ich empfehle daher sehr das YouTube Video eines Forschers aus obigem “Microsoft Research” Team aus Frankreich: Sebastian Bubeck. Er präsentiert im wunderbaren Französisch mit englischem Akzent, ach nein umgekehrt, was für Fragen er ChatGPT 3.5 versus 4.0 gestellt hat und warum er GPT 4.0 für recht intelligent hält. Außerdem erwähnt er nebenbei, dass OpenAI aufgrund der Forschungen des Microsoft Teams sich entschieden hat, ChatGPT dümmer zu machen aus Sicherheitsgründen. Das heißt, man hat der jetzigen produktiven ChatGPT 4.0 einen kleinen Downgrade verpasst.

Sebastian Bubeck

“Etwas” dramatischer, aber nicht weniger treffend berichtet der YouTube-Kanal RaumZeit von Sichtung einer allgemeinen künstlichen Intelligenz:

Kanal: RaumZeit

So sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass in der Theorie nach Erreichen der allgemeinen künstlichen Intelligenz die “Artificial Supra Intelligence” kommt, was so etwas wie Skynet beim Terminator sein könnte, Arnold lässt grüßen.

Trotzdem sollte man immer auf das Kleingedruckte achten: Ganz versteckt unter der Inputzeile von ChatGPT steht:

ChatGPT hat wie unser eigenes Gehirn keinen Zugang zu so etwas wie eine historische, aktuelle und schon gar nicht zukünftige Wahrheit. Da es in Teilen, wie unser Gehirn funktioniert, sollte das keinem groß wundern und einfach nochmal hier nachschauen, wie das bei uns ist: https://chrisfaustulus.com/2023/01/08/historische-und-narrative-wahrheit/

Auch ChatGPT Systeme produzieren ihre eigenen Narrative, aber vielleicht besser als unsere Narrative. So sehe ich in der Technologie der künstlichen Intelligenz jetzt noch viel mehr als zuvor Chancen solche Mega Krisen wie den Klimawandel zu lösen. Hier möchte ich nur die intelligentere Verteilung und Nutzung von Ressourcen und Energien ansprechen. Doch wer uns kennt, dem fallen natürlich eben auch so Sachen wie Skynet ein.

Es liegt an uns, die positive Seite zum Vorschein dieser Technologie zu bringen. Ein Zurück ist sowieso nicht mehr möglich:

Frohe Ostern

IPCC AR6 Bericht gekürzt, mithilfe von KI [Deutsche Version]

Mit diesem Blog möchte ich den AR6 Langbericht mit seinen wichtigsten Ergebnissen von 85 auf 13 Seiten komprimieren. Während die Zusammenfassung hauptsächlich durch die Verwendung der Zusammenfassungsfunktion von ChatGPT 3.5 erreicht wird, habe ich auch einige Interpretationen des Inhalts hinzugefügt. Um dem Leser zu ermöglichen, zwischen meiner persönlichen Interpretation und dem Ergebnis der Zusammenfassungsfunktion von ChatGPT zu unterscheiden, gilt folgende Regel: Die Zusammenfassung von ChatGPT wird kursiv geschrieben, während persönliche Kommentare in normaler Schrift verfasst sind.

Persönliche Einführung in die Beobachtung anthropogener Klimaveränderungen:

Ich beginne mit einer Grafik aus dem Klima Dashboard, das von NOAA, der Nationalen Ozean- und Atmosphären-Behörde der USA, erstellt wurde: https://www.climate.gov/climatedashboard

Das erste Bild zeigt die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre über die letzten 800.000 Jahre (Der Homo Sapiens soll seit etwa 300.000 Jahren auf der Erde existieren).

Wie man aus dem obigen Diagramm leicht erkennen kann, hat sich die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre periodisch verändert, aber der heutige Wert von etwa 415 ppm liegt weit über dem Durchschnitt der letzten 800.000 Jahre. Während die periodischen Veränderungen der CO₂-Konzentration durch die Milankovitch-Zyklen bedingt sind, die Eis- und Warmzeiten mit Variationen der Erdrotationsachse in Verbindung bringen (die Erdrotation bewegt sich entlang eines Kegels, ein Phänomen namens Präzession (https://en.wikipedia.org/wiki/Milankovitch_cycles)), ist die aktuelle Konzentration nach der überwiegenden Mehrheit der Wissenschaftler menschengemacht durch unsere seit 250 Jahren laufende industrielle Revolution. Man kann sich fragen, wie man die CO₂-Konzentration vor 800.000 Jahren messen kann, wenn der Homo Sapiens nur seit 300.000 Jahren existiert? Diese Informationen wurde aus Tiefbohrungen in das Eis der Antarktis gewonnen. Je tiefer man bohrt, desto älter ist das Eis, und im Eis sind alte Luftblasen eingeschlossen, die immer noch die Zusammensetzung der vor Tausenden von Jahren entstandenen Luft in der damaligen Atmosphäre tragen.

Warum macht diese beobachtete CO₂-Konzentrationsänderung den Wissenschaftlern soviel Sorgen?

Es ist dieser Verlauf, der Probleme bereitet:

https://news.arizona.edu/story/global-temperatures-over-last-24000-years-show-todays-warming-unprecedented

Was sieht man auf dem obigen Diagramm? Vor 20.000 Jahren, das war die Zeit der letzten Eiszeit auf diesem Planeten. Dann stieg die durchschnittliche globale Temperatur über einen Zeitraum von sechs bis sieben tausend Jahren um 6 Grad an. Diese Temperaturerhöhung wurde definitiv nicht durch den Menschen verursacht. Aber dann vor ca. 10.000 Jahren war die durchschnittliche globale Temperatur sehr stabil. Dieser Zeitraum wird Holozän genannt. Und es ist kein Zufall, dass sich in dieser Phase die Menschheit auf 8 Milliarden Menschen entwickelt hat. Ein stabiles Klima war zumindest eine sehr gute Voraussetzung für ein solches Bevölkerungswachstum.

Was die Wissenschaftler nun betrifft, ist dieser kleine Spike auf der rechten Seite der Zeitachse besorgniserregend.

In den letzten 250 Jahren ist die durchschnittliche globale Temperatur um 1,1 Grad gestiegen. Diese Wachstumsrate ist viel höher als die vor 18.000 Jahren. Zu dieser Zeit stieg die mittlere globale Temperatur pro tausend Jahre um ein Grad, bis sie in den Holozän mündete. Der jetzige Temperaturwechsel ist also ca. um einen Faktor vier schneller. Der Wechsel, obwohl er für den Menschen immer noch ziemlich langsam wirkt, ist aus Sicht des Klimawandels also sehr schnell und in der Tendenz steigt die Temperaturänderungsrate auch noch. Man kann das noch deutlicher sehen, wenn man sich auf die Veränderung der globalen Durchschnittstemperatur in den letzten acht tausenden Jahren konzentriert.

Globale Durchschnittstemperaturänderung in °C aus dem Buch “Regenerative Energiesysteme” von Volker Quaschning

Prognosen durch Computersimulationen der Temperaturentwicklung im Falle einer gleich bleibenden Steigerungsrate der CO₂-Konzentration in der Atmosphäre sagen voraus, dass es im Laufe der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts zu einem weiteren Anstieg der Durchschnittstemperatur um 3-5 Grad kommen wird, was katastrophale Folgen hätte.

Aber das ist meine kurze Zusammenfassung der Situation, in der wir uns befinden. Ich bin kein Klimaexperte, sondern war Ingenieur. Ich habe 5 Jahre im Bereich der LASER-Technologie gearbeitet, einschließlich der Verwendung von CO₂-Gaslaser. Deshalb habe ich zumindest ein grundlegendes Verständnis dafür, wie elektromagnetische Strahlung mit Materie interagiert.

Schauen wir uns an, wie die Experten des IPCC die aktuelle und zukünftige Situation in Bezug auf anthropogene Klimaveränderungen sehen. Aber ich warne vorab, man muss mutig und ausdauernd sein, um das Ende dieser Zusammenfassung zu erreichen.

Der IPCC-AR6-Bericht weist auf mehrere Barrieren hin, die einer effektiven Klimaschutzmaßnahme im Wege stehen, einschließlich Herausforderungen im Zusammenhang mit der Umsetzung von Minderungsstrategien, Mangel an Ressourcen für Anpassung und unzureichende Finanzierung sowohl für Minderungs- als auch Anpassungsbemühungen. Der Bericht stellt auch fest, dass viele Länder, Städte und Unternehmen sich verpflichtet haben, Netto-Null-Emissionen zu erreichen, jedoch sind die Politiken zur Erfüllung dieser Zusagen begrenzt. Darüber hinaus erkennt der Bericht an, dass derzeitige Entwicklungswege Hindernisse für eine beschleunigte Minderung schaffen können und strukturelle Faktoren wie wirtschaftliche und natürliche Gegebenheiten, politische Systeme, kulturelle Faktoren und Geschlechteraspekte die Klimaregierung beeinflussen. Schließlich identifiziert der Bericht eine unangemessene Anpassung als ein erhebliches Risiko und betont die Notwendigkeit langfristiger Planung und flexibler, multi-sektoraler Ansätze zur Anpassung, um negative Auswirkungen zu vermeiden.

Den Original-IPCC-AR6-Bericht findet man hier:

Klicke, um auf IPCC_AR6_SYR_LongerReport.pdf zuzugreifen

Und nun der komprimierte Bericht, der von künstlicher Intelligenz generiert wurde:

Der Sechste Sachstandsbericht (AR6) des IPCC gibt einen Überblick über den aktuellen Kenntnisstand zu Klimawandel, seinen Auswirkungen sowie Maßnahmen zur Minderung und Anpassung. Der Bericht basiert auf den neuesten wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Erkenntnissen seit der Veröffentlichung des fünften Sachstandsberichts (AR5) des IPCC im Jahr 2014. Er spiegelt die zunehmende Vielfalt der an Klimaschutz beteiligten Akteure wider und integriert die wichtigsten Ergebnisse der AR6-Arbeitsgruppenberichte sowie der drei AR6-Sonderberichte. Im Bericht werden die Wechselwirkungen zwischen Klima, Ökosystemen, Biodiversität und menschlichen Gesellschaften sowie die enge Verzahnung zwischen Klimawandel, Anpassung, Wandel-Verminderungsstrategien, Ökosystemgesundheit, menschlichem Wohlergehen und nachhaltiger Entwicklung anerkannt. Der Bericht ist in drei Abschnitte gegliedert:

  • Aktueller Stand und Trends,
  • Langfristige Klima- und Entwicklungsstrategien,
  • Maßnahmen bei kurzfristigen Reaktionen auf den Klimawandel.

Die Begrenzung der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung auf ein bestimmtes Niveau erfordert die Begrenzung der kumulativen CO2-Emissionen und die Erreichung von netto-negativen oder Netto-Null-CO2-Emissionen sowie starke Reduzierungen anderer Treibhausgasemissionen. Modellierte Wege zeigen, dass die Erreichung von netto-null Treibhausgasemissionen zu einem allmählichen Rückgang der Oberflächentemperatur führt und eine Entfernung von Kohlendioxid (CDR=carbon dioxide removal) notwendig ist, um netto-negativen CO2-Emissionen zu erreichen. Der Zeitpunkt für netto-null CO2-Emissionen, gefolgt von netto-null Treibhausgasemissionen, hängt von mehreren Variablen ab, einschließlich des angestrebten Klimaergebnisses, der Minderungsstrategie und der abgedeckten Gase. Globale netto-null CO2-Emissionen werden in den frühen 2050er Jahren in Wegen erreicht, die eine Erwärmung auf 1,5°C begrenzen, und etwa in den frühen 2070er Jahren in Wegen, die eine Erwärmung auf 2°C begrenzen. Die Emissionen anderer Treibhausgase als CO2 werden in allen Pfaden stark reduziert, aber Restemissionen von CH4 und N2O sowie F-Gase bleiben zum Zeitpunkt von netto-null Treibhausgasemissionen bestehen.

Die wichtigsten Erkenntnisse werden als Tatsachen oder in Verbindung mit einem bewerteten Vertrauensniveau unter Verwendung der vom IPCC kalibrierten Sprache formuliert. Der Bericht verwendet mehrere analytische Rahmenwerke, einschließlich derjenigen aus den Natur- und Sozialwissenschaften, um Möglichkeiten für transformative Maßnahmen zu identifizieren, die wirksam, machbar und gerecht sind.

Im Kapitel “Aktueller Stand und Trends” diskutiert der Bericht die beobachtete Erwärmung der Erdoberfläche und ihre Ursachen. Er stellt fest, dass die globale Oberflächentemperatur von 2011 bis 2020 um etwa 1,1 °C über dem Basiswert von 1850-1900 gestiegen ist, wobei größere Erhöhungen über Land als über dem Ozean zu verzeichnen sind. Diese beobachtete Erwärmung wird auf menschliche Aktivitäten zurückgeführt, hauptsächlich auf die Zunahme von Treibhausgasen (THG) wie CO₂ und CH4 (Methan), teilweise ausgeglichen durch Aerosolkühlung. In diesem Kapitel stellt der Bericht auch fest, dass die globale Oberflächentemperatur seit 1970 schneller gestiegen ist als in jedem anderen 50-Jahres-Zeitraum über mindestens die letzten 2000 Jahre. Die durch den Menschen verursachte globale Oberflächentemperaturerhöhung von 1850 bis 1900 bis 2010-2019 wird auf 0,8 °C bis 1,3 °C geschätzt, wobei die beste Schätzung bei 1,07 °C liegt. Es ist wahrscheinlich, dass gut durchmischte THGs eine Erwärmung von 1,0 °C bis 2,0 °C verursacht haben, während andere menschliche Einflussfaktoren, hauptsächlich Aerosole, eine Abkühlung von 0,0 °C bis 0,8 °C verursachten. Die natürlichen Faktoren veränderten die globale Oberflächentemperatur um ±0,1 °C und die interne Variabilität um ±0,2 °C.

Der Bericht hebt auch hervor, dass THG-Konzentrationen seit etwa 1750 aufgrund menschlicher Aktivitäten gestiegen sind und atmosphärische Konzentrationen von CO₂, CH4 und N2O in mindestens 800.000 Jahren beispiellose Höhen erreicht haben. Es wird darauf hingewiesen, dass die Konzentrationen von CH4 und N2O (Lachgas) weit stärker gestiegen sind als die natürlichen multi-millennialen Veränderungen zwischen glazialen und interglazialen Perioden über mindestens die letzten 800.000 Jahre (siehe auch erste Abbildung in diesem Blog). Der netto kühlende Effekt von anthropogenen Aerosolen erreichte Ende des 20. Jahrhunderts seinen Höhepunkt.

(Persönliche Anmerkung: Der Erfolg in den späten 70er und 80er Jahren bei der Filterung von Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid während industrieller Prozesse hat leider zu einer weiteren Erderwärmung beigetragen.)

Der Bericht setzt fort, dass der menschliche Einfluss weitreichende und schnelle Veränderungen in der Atmosphäre, dem Ozean, der Kryosphäre und der Biosphäre verursacht hat, die über viele Jahrhunderte bis zu vielen Tausend Jahren beispiellos sind. Der menschliche Einfluss wird auch als Haupttreiber der Erwärmung der Atmosphäre, des Ozeans und des Landes sowie des Rückgangs von Gletschern, des Rückgangs der Fläche des arktischen Meereises und der Versauerung der Oberflächen des offenen Ozeans angegeben. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel viele Wetter- und Klimaextreme auf der ganzen Welt beeinflusst, einschließlich Hitzewellen, starken Niederschlägen, Dürren und tropischen Wirbelstürmen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass heiße Extreme häufiger und intensiver geworden sind, während kalte Extreme seltener und weniger schwerwiegend geworden sind, wobei mit hoher Zuversicht gesagt wird, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel der Haupttreiber dieser Veränderungen ist.

Der IPCC AR6-Bericht stellt weiter fest, dass eine beschleunigte Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen wichtig ist, um Vorteile für das Wohlergehen von Menschen und verwundbaren Bevölkerungsgruppen zu bringen, und dass eine verzögerte Maßnahme zur Minderung die globale Erwärmung erhöhen und die Wirksamkeit von Anpassungsoptionen verringern wird. Umfassende Reaktionen, die Anpassung und Minderung integrieren, können Synergien nutzen und Nachteile reduzieren, und Minderungsmaßnahmen können die Luftqualität und die menschliche Gesundheit verbessern. Verzögerte Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen bergen das Risiko von Kostensteigerungen, Infrastruktur-Lock-ins, gestrandeten Vermögenswerten sowie einer verringerten Machbarkeit und Wirksamkeit von Anpassungs- und Minderungsoptionen. Die gesellschaftlichen Entscheidungen und Maßnahmen, die in diesem Jahrzehnt umgesetzt werden, werden bestimmen, inwieweit mittel- und langfristige Entwicklungswege höhere oder niedrigere klimaresiliente Entwicklungsziele liefern. Die Schaffung von Rahmenbedingungen müsste gestärkt werden, um Chancen für eine tiefgreifende und schnelle Anpassung und Minderung von Maßnahmen und klimaresiliente Entwicklung zu realisieren, und Barrieren zur Machbarkeit müssten reduziert oder beseitigt werden, um Minderungs- und Anpassungsoptionen in großem Umfang einzusetzen.

Der Bericht betont die Bedeutung eines inklusiven, gerechten Ansatzes für die Integration von Anpassung, Minderung und Entwicklung, der Synergien für nachhaltige Entwicklung nutzt und Nachteile reduziert. Eine Verschiebung der Entwicklungswege hin zur Nachhaltigkeit und die Förderung von klimaresilienter Entwicklung wird ermöglicht, wenn Regierungen, Zivilgesellschaft und der private Sektor Entwicklungswahlen treffen, die Risikominderung, Gerechtigkeit und Fairness priorisieren und wenn Entscheidungsprozesse, Finanzierung und Maßnahmen über Regierungsebenen, Sektoren und Zeithorizonte hinweg integriert werden. Der Bericht unterstreicht auch, dass beschleunigte finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer von entscheidender Bedeutung ist, um Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen zu verbessern.

Hitzewellen sind seit den 1950er Jahren über die meisten Landregionen hinweg häufiger und intensiver geworden, während kalte Extreme, einschließlich Kältewellen, aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels seltener und weniger schwerwiegend geworden sind. Marine Hitzewellen haben sich seit den 1980er Jahren verdoppelt, und menschlicher Einfluss hat wahrscheinlich seit mindestens 2006 zu den meisten von ihnen beigetragen. Darüber hinaus haben schwere Niederschlagsereignisse seit den 1950er Jahren in den meisten Landgebieten an Häufigkeit und Intensität zugenommen, und der vom Menschen verursachte Klimawandel ist wahrscheinlich der Haupttreiber. Darüber hinaus haben sich in einigen Regionen landwirtschaftliche und ökologische Dürren aufgrund erhöhter Landverdunstung verstärkt, und es ist wahrscheinlich, dass der globale Anteil an tropischen Wirbelstürmen in den letzten vier Jahrzehnten zugenommen hat.

Der Bericht diskutiert auch verschiedene Wege zur Bekämpfung des Klimawandels und ihre potenziellen Auswirkungen auf nachhaltige Entwicklung. Dabei wird darauf hingewiesen, dass Wege, die eine effizientere Ressourcennutzung vorsehen oder die globale Entwicklung hin zur Nachhaltigkeit verschieben, die stärksten Synergien in Bezug auf nachhaltige Entwicklung aufweisen. Der Bericht stellt fest, dass eine Stärkung der Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels schnellere Übergänge und höhere Vorabinvestitionen erfordert, aber Vorteile durch Vermeidung von Schäden durch den Klimawandel und reduzierte Anpassungskosten bringt. Der Bericht erkennt an, dass die Kosten-Nutzen-Analyse in ihrer Fähigkeit, alle Schäden durch den Klimawandel zu repräsentieren, einschließlich nicht monetärer Schäden, oder die heterogene Natur von Schäden und das Risiko katastrophaler Schäden zu erfassen, begrenzt ist. Nichtsdestotrotz findet der Bericht, dass die globalen Vorteile der Begrenzung der Erwärmung auf 2°C die Kosten der Bekämpfung übersteigen, und dass die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5°C anstelle von 2°C die Kosten der Bekämpfung erhöhen, aber auch die Vorteile in Bezug auf reduzierte Auswirkungen und damit verbundene Risiken und reduzierte Anpassungsbedürfnisse erhöhen würde.

Der Bericht hebt hervor, dass der Klimawandel aufgrund von Veränderungen der Niederschlagsmuster, Erwärmung und Verlusten kryosphärischer Elemente negative Auswirkungen auf die Nahrungsmittel- und Wasserversorgung hat. Obwohl die landwirtschaftliche Produktivität weltweit gestiegen ist, hat der Klimawandel dieses Wachstum verlangsamt und die Ernteerträge in mittleren und niedrigen Breiten beeinträchtigt, während es in höheren Breiten einige positive Auswirkungen gab. Die Erwärmung der Ozeane hat zu einem Rückgang des maximalen Fangpotenzials beigetragen, der durch Überfischung einiger Fischbestände verschärft wurde. Der Klimawandel hat auch nachteilige Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion aus der Muschelzucht und der Fischerei verursacht. Darüber hinaus hat der Klimawandel negative Auswirkungen auf die menschliche und mentale Gesundheit verursacht und aufgrund von extremen Wetter- und Klimaereignissen zu Vertreibungen und unfreiwilligen Migrationen geführt. Die Verwundbarkeit gegenüber Klimarisiken ist in wirtschaftlich und sozial benachteiligten Gemeinden höher, insbesondere bei indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften. Insgesamt hat der Klimawandel weitreichende negative Auswirkungen und damit verbundene Verluste und Schäden an Natur und Menschen verursacht, wobei die am meisten gefährdeten Menschen und Systeme unverhältnismäßig stark betroffen sind.

Der IPCC AR6 Bericht hat auch festgestellt, dass sich seit dem vorherigen Bericht die Maßnahmen und Gesetze zur Minderung des Klimawandels ausgeweitet haben. Die Klimaregulierung hat auch dazu beigetragen, Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Umsetzung von politischen Maßnahmen bereitzustellen, und viele regulatorische und ökonomische Instrumente wurden erfolgreich eingesetzt. Die Kosten für emissionsarme Technologien wie Solar-, Wind- und Lithium-Ionen-Batterien haben sich kontinuierlich reduziert, und viele Produktionsprozesse mit geringem oder null-GHG-Ausstoß befinden sich im Pilotstadium. Jedoch sind die Emissionen weltweit seit 2010 gestiegen und es muss mehr getan werden, um tiefe Reduktionen der Treibhausgasemissionen zu erreichen. Des Weiteren ist die Abdeckung von Politikmaßnahmen in verschiedenen Sektoren ungleichmäßig und es gibt begrenzte Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen aus der Landwirtschaft und der industriellen Material- und Rohstoffherstellung. Der Bericht betont auch die Bedeutung der internationalen finanziellen Zusammenarbeit als kritischen Faktor für eine gerechte und emissionsarme Transformation.

Der Bericht stellt positiv fest, dass es Fortschritte in der Anpassungsplanung und -umsetzung in allen Sektoren und Regionen gegeben hat. Anpassungsoptionen stehen zur Verfügung, die eine Anpassungsumsetzung ermöglichen, beschleunigen und aufrechterhalten können. Durch wachsendes öffentliches und politisches Bewusstsein haben viele Länder und Städte Anpassung in ihre Klimapolitik und Planungsprozesse aufgenommen. Anpassungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Wasser-bedingten Risiken und Auswirkungen machen den größten Teil aller dokumentierten Anpassung aus, und verschiedene Anpassungen werden in verschiedenen Sektoren umgesetzt, einschließlich Landwirtschaft, Landmanagement, Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen sowie städtischer Anpassung. Anpassung kann mehrere zusätzliche Vorteile generieren und Klimarisiken reduzieren. Globale Anpassungsfinanzierung hat einen Aufwärtstrend gezeigt, stellt jedoch nur einen kleinen Teil der gesamten Klimafinanzierung dar und ist ungleichmäßig auf Regionen und Sektoren verteilt. Integrierte, multi-sektorale Lösungen, die soziale Ungleichheiten ansprechen, unterschiedliche Reaktionen auf Klimarisiken differenzieren und Systeme überschneiden, können die Machbarkeit und Wirksamkeit der Anpassung in mehreren Sektoren erhöhen.

Der Bericht zeigt auch, dass die zukünftige globale Erwärmung von den Treibhausgasemissionen abhängen wird, wobei eine mögliche Erwärmung von 1,4°C bis 4,4°C bis 2081-2100 je nach Emissionsszenario zu erwarten ist. Um die Erwärmung auf 1,5°C oder weniger als 2°C zu begrenzen, sind tiefe und anhaltende Reduktionen von Treibhausgasemissionen notwendig, einschließlich Reduktionen von anderen Schadstoffen wie Methan. Das Versäumnis, diese Reduktionen zu erreichen, wird zu weiteren irreversible Veränderungen des Klimasystems führen, wie Ozeanversauerung, Deoxygenierung und Meeresspiegelanstieg. Mit jeder zusätzlichen Erhöhung der globalen Erwärmung werden Veränderungen in Extremen größer, mit heißen und kalten Temperatur-Extremen, schweren Niederschlags- und Überflutungsereignissen und häufigeren und schwereren landwirtschaftlichen und ökologischen Dürren, die in allen Regionen zunehmen sollen. Tiefe, schnelle und anhaltende Reduktionen von Treibhausgasemissionen werden zu Verbesserungen der Luftqualität in wenigen Jahren führen, Reduktionen in der globalen Oberflächentemperatur-Trend nach etwa 20 Jahren erkennbar sein, und über längere Zeiträume für viele andere Klimaauswirkungen.

(Persönliche Anmerkung: Bitte beachte, dass der Bericht die Deoxygenierung als potenzielle Bedrohung bis 2081-2100 betrachtet.)

Der Bericht betont, dass die globalen, klimabezogenen Risiken in den letzten Jahren aufgrund menschlicher Aktivitäten wie der Verbrennung fossiler Brennstoffe und der Entwaldung signifikant zugenommen haben. Die Risiken sollen mit jeder weiteren Erhöhung der globalen Erwärmung zunehmend schwerwiegender werden, und die langfristigen Auswirkungen werden mehrfach höher sein als derzeit beobachtet. Je nach Höhe der globalen Erwärmung werden die bewerteten langfristigen Auswirkungen für alle Reasons for Concern (RFCs) als hoch bis sehr hoch eingeschätzt. Der Bericht prognostiziert, dass eine globale Erwärmung von 1,5°C zu einem Anstieg klimabezogener Risiken für Gesundheit, Lebensunterhalt, Ernährungssicherheit, Wasserversorgung, menschliche Sicherheit und wirtschaftliches Wachstum führen wird und die Risiken mit weiterer globaler Erwärmung mittel- und langfristig stark zunehmen werden. Der Bericht hebt auch hervor, dass die Risiken durch den Klimawandel mit jeder Erhöhung der Erwärmung zunehmend komplexer und schwieriger zu bewältigen werden. Schließlich stellt der Bericht fest, dass Solar Radiation Modification (SRM) Ansätze, wenn sie implementiert werden, eine breite Palette neuer Risiken für Menschen und Ökosysteme einführen würden und dass ein Mangel an robustem und formalem SRM-Governance Risiken birgt, da der Einsatz durch eine begrenzte Anzahl von Staaten internationale Spannungen schaffen könnte.

(Persönliche Anmerkung: Solar Radiation Modification (SRM) ist eine vorgeschlagene Geoengineering-Technologie, die darauf abzielt, einen Teil der von der Sonne kommenden Strahlung zurück ins Weltall zu reflektieren, um die Menge an Sonnenenergie zu reduzieren, die von der Erdatmosphäre und -oberfläche aufgenommen wird und somit die globale Erwärmung zu verringern. Dies könnte durch verschiedene Methoden erreicht werden, einschließlich der Injektion von reflektierenden Aerosolen in die Stratosphäre oder der Aufhellung von marinen Wolken durch Zugabe von Salzpartikeln.)

Der Bericht fasst die Wahrscheinlichkeit und Risiken abrupter und irreversibler Veränderungen aufgrund der globalen Erwärmung zusammen. Er stellt fest, dass höhere Erwärmungsgrade die Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen abrupter und irreversibler Veränderungen erhöhen, die zum Aussterben von Arten, zum Verlust von Biodiversität und anderen ökologischen Ungleichgewichten führen können. Die Risiken im Zusammenhang mit Kipppunkten oder singulären Ereignissen, wie der Instabilität von Eisschilden oder dem Verlust von Ökosystemen in tropischen Wäldern, steigen bei bestimmten Erwärmungsgraden auf ein hohes oder sehr hohes Niveau. Der Anstieg des Meeresspiegels ist aufgrund der fortschreitenden Tiefenwärmung des Ozeans und des Abschmelzens der Eisschilde für Jahrhunderte bis Jahrtausende unvermeidlich, und die Risiken für Küstenökosysteme, Menschen und Infrastruktur werden über das Jahr 2100 hinaus weiter zunehmen. Der Text erwähnt auch geringe Wahrscheinlichkeiten, aber hohe Auswirkungen, die auf regionaler Ebene aufgrund der globalen Erwärmung auftreten könnten, wie die Abschwächung der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation, die abrupte Verschiebungen in regionalen Wettermustern und Wasserkreisläufen verursachen könnte. Die Wahrscheinlichkeit und Rate des Eismassenverlustes steigen mit höheren globalen Oberflächentemperaturen. Der Text betont die Bedeutung der Reduzierung von Treibhausgasemissionen, um diese Risiken und irreversiblen Veränderungen zu begrenzen.

Die Wirksamkeit der Anpassung zur Reduzierung von Klimarisiken wird für spezifische Kontexte, Sektoren und Regionen dokumentiert, jedoch nimmt ihre Wirksamkeit mit steigender Erwärmung ab. Gemeinsame Anpassungsmaßnahmen in der Landwirtschaft und wasserbezogene Anpassungsoptionen werden ab 2°C Erwärmung bis zu höheren Erwärmungsgraden weniger wirksam. Mit zunehmender globaler Erwärmung werden mehr Grenzen der Anpassung erreicht, und Verluste und Schäden werden insbesondere unter den ärmsten und verwundbarsten Bevölkerungsgruppen zunehmen. Integrierte, sektorübergreifende und multi-sektorale Lösungen erhöhen die Wirksamkeit der Anpassung. Fehlanpassungen an den Klimawandel können Lock-Ins von Vulnerabilität, Exposition und Risiken schaffen, die schwer und teuer zu ändern sind und bestehende Ungleichheiten verschlimmern. Der Anstieg des Meeresspiegels stellt eine besondere und schwerwiegende Anpassungsherausforderung dar, und die Antworten auf den fortlaufenden Meeresspiegelanstieg und Landabsenkungen umfassen Schutz, Anpassung, Vorausplanung und gezielte Umsiedlung sowie ökosystembasierte Lösungen.

Der Bericht besagt, dass es zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf ein bestimmtes Niveau ein begrenztes Kohlenstoffbudget gibt, das nicht überschritten werden kann. Das verbleibende Kohlenstoffbudget (RCB) zur Begrenzung der Erwärmung auf 1,5°C mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit wird auf 500 GtCO2 geschätzt, und für 2°C mit einer 67%igen Wahrscheinlichkeit auf 1150 GtCO2. Wenn die jährlichen CO2-Emissionen zwischen 2020-2030 auf dem gleichen Niveau wie 2019 bleiben würden, würden die daraus resultierenden kumulativen Emissionen das verbleibende Kohlenstoffbudget für 1,5°C fast erschöpfen und mehr als ein Drittel des verbleibenden Kohlenstoffbudgets für 2°C erschöpfen. Die kumulierten Netto-CO2-Emissionen zwischen 1850 und 2019 belaufen sich auf etwa vier Fünftel des gesamten Kohlenstoffbudgets für eine 50%ige Wahrscheinlichkeit, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen, und auf etwa zwei Drittel des gesamten Kohlenstoffbudgets für eine 67%ige Wahrscheinlichkeit, den globalen Temperaturanstieg auf 2°C zu begrenzen. In Szenarien mit steigenden CO2-Emissionen wird prognostiziert, dass die Kohlenstoffsenken von Land und Ozean weniger wirksam sein werden, um die Anreicherung von CO2 in der Atmosphäre zu verlangsamen, und dass zusätzliche Ökosystemreaktionen auf Erwärmung, die noch nicht vollständig in Klimamodellen enthalten sind, die Konzentration dieser Gase in der Atmosphäre weiter erhöhen würden.

Persönliche Anmerkung: Das bedeutet in sehr kurzer Form, dass wenn wir so weitermachen wie bisher, die Begrenzung auf 1,5 Grad bis 2030 nicht mehr möglich sein wird und bereits ein Drittel des Budgets zur Begrenzung auf 2 Grad erschöpft sein wird.

Der IPCC-Bericht besagt, dass die Begrenzung der globalen Erwärmung auf ein bestimmtes Niveau die Reduzierung der kumulativen CO2-Emissionen und die Erreichung von Netto-Null oder Netto-Negativ-CO2-Emissionen erfordert, sowie starke Reduktionen anderer Treibhausgasemissionen. Globale Wege zur Erreichung dieser Ziele erfordern schnelle und tiefe Reduktionen von Emissionen in allen Sektoren, einschließlich Industrie, Verkehr, Gebäuden und Städten. CDR-Methoden (Kohlendioxidentfernung) wie Aufforstung, Wiederaufforstung, verbessertes Waldbewirtschaftung, Agroforstwirtschaft und Kohlenstoffsequestrierung im Boden sind notwendig, um Netto-Negativ-CO2-Emissionen zu erreichen. Es gibt jedoch Herausforderungen bei der Umsetzung von CDR, wie z. B. Kosten, Governance-Anforderungen und potenzielle Auswirkungen und Risiken. Eine Überschreitung eines bestimmten Erwärmungsniveaus kann negative Auswirkungen auf menschliche und natürliche Systeme haben, einschließlich irreversibler Auswirkungen auf Ökosysteme. Je größer die Überschreitung, desto mehr Netto-Negativ-CO2-Emissionen sind erforderlich, um zu einem bestimmten Erwärmungsniveau zurückzukehren.

Der Bericht betont außerdem, dass beobachtete negative Auswirkungen und damit verbundene Verluste und Schäden, projizierte Risiken, Trends in der Verwundbarkeit und Anpassungsgrenzen zeigen, dass Transformationen hin zur Nachhaltigkeit und klimaresilienten Entwicklungsmaßnahmen dringender sind als bisher angenommen. Klimaresiliente Entwicklung integriert Anpassung und Treibhausgas-Minderung, um eine nachhaltige Entwicklung für alle zu fördern. Klimaresiliente Entwicklungswege wurden jedoch durch die Vergangenheit der Entwicklung, Emissionen und den Klimawandel eingeschränkt und sind mit jedem Anstieg der Erwärmung, insbesondere über 1,5°C, zunehmend eingeschränkt. Der Bericht merkt an, dass klimaresiliente Entwicklung in einigen Regionen und Unterregionen nicht möglich sein wird, wenn die globale Erwärmung 2°C überschreitet, und dass die Bewahrung von Biodiversität und Ökosystemen grundlegend für klimaresiliente Entwicklung ist, jedoch begrenzte Kapazitäten hat, sich an zunehmende Erwärmung anzupassen, was klimaresiliente Entwicklung jenseits von 1,5°C Erwärmung zunehmend schwieriger macht.

Der IPCC AR6-Bericht besagt, dass das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Klimawandels und damit verbundene Risiken stark von kurzfristigen Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen abhängen. Die globale Erwärmung wird voraussichtlich zwischen 2021 und 2040 1,5°C erreichen und unter höheren Emissionsszenarien sehr wahrscheinlich darüber hinausgehen. Viele Anpassungsoptionen haben bis zu 1,5°C eine mittlere oder hohe Durchführbarkeit, aber in einigen Ökosystemen wurden bereits harte Anpassungsgrenzen erreicht, und die Wirksamkeit von Anpassung zur Reduzierung von Klimarisiken nimmt mit zunehmender Erwärmung ab. Die Entscheidungen und Maßnahmen der Gesellschaft in diesem Jahrzehnt bestimmen, inwieweit mittel- und langfristige Wege zu einer höheren oder niedrigeren klimaresilienten Entwicklung führen werden. Ohne dringende, effektive und gerechte Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen bedroht der Klimawandel zunehmend die Gesundheit und Lebensgrundlagen der Menschen weltweit, die Gesundheit von Ökosystemen und die Biodiversität, mit schwerwiegenden negativen Folgen für gegenwärtige und zukünftige Generationen.

Die global modellierten Pfade zur Begrenzung der Erwärmung auf 1,5°C ohne oder mit begrenztem Overshoot und zur Begrenzung der Erwärmung auf 2°C bei sofortigem Handeln erfordern schnelle und tiefe Reduktionen der Treibhausgasemissionen. Ohne diese Maßnahmen werden die globalen Treibhausgasemissionen weiter ansteigen und Verluste und Schäden werden weiterhin die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen unverhältnismäßig treffen. Alle global modellierten Pfade, die bis 2100 die Erwärmung auf 2°C oder weniger begrenzen, erfordern Reduktionen der Treibhausgasemissionen in allen Sektoren, und die Beiträge der verschiedenen Sektoren variieren je nach modellierter Minderungsstrategie.

Der Bericht stellt fest, dass die globale Erwärmung in naher Zukunft weiter zunehmen wird und jede Region der Welt voraussichtlich weiteren Klimarisiken ausgesetzt sein wird, was zu erhöhten Risiken für Ökosysteme und Menschen führt. Die natürliche Variabilität wird menschgemachte Veränderungen modulieren, entweder die projizierten Veränderungen abschwächen oder verstärken, insbesondere in regionalen Maßstäben, mit wenig Wirkung auf die hundertjährige globale Erwärmung. Risiken für Menschen und Ökosysteme hängen stärker von Veränderungen in der Verwundbarkeit und Exposition ab als von Unterschieden in den Klimarisiken zwischen Emissionsszenarien. Die wichtigsten Risiken und damit verbundenen Risiken, die in naher Zukunft erwartet werden, sind eine zunehmende Intensität und Häufigkeit von Hitzewellen, eine zunehmende Häufigkeit von marinen Hitzewellen, kurzfristige Risiken für den Verlust der Artenvielfalt, intensivere und häufigere extreme Niederschläge, hohe Risiken durch Trockenheit und Wasserknappheit in Trockengebieten, fortgesetzter Anstieg des Meeresspiegels und eine erhöhte Häufigkeit und Größe von extremen Sturmfluten, die menschliche Siedlungen an der Küste bedrohen und die Küsteninfrastruktur beschädigen, sowie ein Anstieg von Krankheiten und vorzeitigen Todesfällen. Mehrere Klimarisiken werden sich in naher Zukunft zunehmend verschärfen und kaskadieren, und mit jeder Erhöhung der globalen Erwärmung werden Verluste und Schäden zunehmen, immer schwieriger zu vermeiden und stark auf die ärmsten und gefährdetsten Bevölkerungsgruppen konzentriert sein.

Der Bericht betont die Bedeutung der Priorisierung von Gerechtigkeit, sozialer Gerechtigkeit, Inklusivität und rechtebasierten Ansätzen inNachteile reduzieren können. Umfangreiche Umverteilungspolitiken über Sektoren und Regionen hinweg, die die Armen und Verwundbaren abschirmen, sowie soziale Sicherheitsnetze können tiefgreifendere gesellschaftliche Ambitionen ermöglichen und Nachteile mit nachhaltigen Entwicklungszielen lösen. Der Bericht betont auch die Bedeutung einer sinnvollen Beteiligung und inklusiven Planung, die von kulturellen Werten, indigenem Wissen, lokalem Wissen und wissenschaftlichem Wissen informiert wird, um Anpassungslücken zu schließen und eine Fehlanpassung zu vermeiden. Darüber hinaus betont der Bericht die Notwendigkeit einer breiten und bedeutsamen Beteiligung aller relevanten Akteure an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen, um tiefgreifendere gesellschaftliche Ambitionen für beschleunigte Minderungs- und Klimamaßnahmen und eine Aufbaus von sozialem Vertrauen und Unterstützung für transformative Veränderungen und eine gerechte Aufteilung von Nutzen und Lasten zu ermöglichen. Der Bericht erkennt auch die unterschiedlichen Ausgangspunkte und Kontexte von Ländern und Regionen an, und die förderlichen Bedingungen für die Umstellung von Entwicklungsansätzen hin zu einer erhöhten Nachhaltigkeit werden unterschiedlich sein, was zu unterschiedlichen Bedürfnissen führen wird. Der Bericht hebt auch verschiedene wirtschaftliche und regulative Instrumente hervor, die wirksam bei der Reduzierung von Emissionen waren, und die praktischen Erfahrungen, die die Instrumentenentwicklung verbesserten, indem sie Verteilungsziele und soziale Akzeptanz berücksichtigten. Schließlich betont der Bericht die Bedeutung der Beseitigung von extremer Armut, Energiearmut und der Bereitstellung anständiger Lebensstandards für alle in diesen Regionen im Kontext der Erreichung nachhaltiger Entwicklungsziele in der nahen Zukunft, die ohne signifikantes globales Wachstum der Emissionen erreicht werden können.

Der IPCC AR6 SYR-Bericht diskutiert verschiedene Optionen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel in verschiedenen Sektoren. Im Energiesektor betont er die Notwendigkeit großer Übergänge zu netto-nullo CO2-Energiesystemen, einschließlich einer Reduktion des Einsatzes fossiler Brennstoffe, des Einsatzes von Carbon Capture and Storage, der Elektrifizierung, alternativer Energieformen, der Energieeinsparung und der Integration über das Energiesystem hinweg. Der Bericht erwähnt auch, dass viele Antwortoptionen technisch machbar sind und von der Öffentlichkeit unterstützt werden. In der Industrie wird die Reduzierung von Emissionen eine koordinierte Maßnahmen entlang der Wertschöpfungsketten erfordern, einschließlich Nachfragemanagement, Energie- und Material-Effizienz, zirkulären Materialflüssen, Abatement-Technologien und Transformationen in Produktionsprozessen. In Städten ist eine integrierte Planung, die physische, natürliche und soziale Infrastrukturen einbezieht, entscheidend für tiefgreifende Emissionsreduktionen und die Förderung einer klimaresilienten Entwicklung. Urbane Begrünung und die Kombination von grünen/natürlichen und grauen/physischen Infrastruktur-Adaptionsmaßnahmen können den Klimawandel mildern und das Risiko von Extremereignissen reduzieren. Der Bericht diskutiert auch Antworten auf den fortschreitenden Anstieg des Meeresspiegels und der Landabsenkung in tief liegenden Küstenstädten und Siedlungen sowie kleinen Inseln.

Der Bericht betont das erhebliche Potenzial für Minderung und Anpassung in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Landnutzung sowie in den Ozeanen. Der Erhalt, die Verbesserung und die Wiederherstellung von Wäldern und anderen Ökosystemen bieten den größten Anteil des wirtschaftlichen Minderungspotenzials. Die Erhaltung der Widerstandsfähigkeit von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen auf globaler Ebene hängt von einer effektiven und gerechten Erhaltung von etwa 30–50 % der Land-, Süßwasser- und Ozeanflächen der Erde ab. Effektive Anpassungsoptionen existieren, um den Schutz der menschlichen Gesundheit und des Wohlbefindens zu unterstützen. Eine Verbesserung des Wissens über Risiken und verfügbare Anpassungsoptionen fördert gesellschaftliche Antworten, und Verhaltens- und Lebensstiländerungen, die durch Politik, Infrastruktur und Technologie unterstützt werden, können dazu beitragen, globale Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Schließlich betont der Bericht die Bedeutung kooperativer internationaler Anstrengungen zur Verbesserung der institutionellen Anpassungsfähigkeit und nachhaltigen Entwicklung, um zukünftige Risiken unfreiwilliger Migration und Vertreibung aufgrund des Klimawandels zu reduzieren.

Der IPCC AR6-Bericht stellt fest, dass es zwischen Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen sowie den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) mehr Synergien als trade-offs gibt. Die Existenz von trade-offs und Synergien hängt jedoch vom Kontext und Maßstab der Umsetzung ab und kann durch zusätzliche Politiken, Investitionen und Finanzpartnerschaften vermieden oder kompensiert werden. Viele Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen haben mehrere Co-Benefits mit SDGs, insbesondere in den Bereichen Energie, Stadt- und Landnutzung sowie Ökosystemmanagement. Bei der gemeinsamen Umsetzung von Minderung und Anpassung können mehrere Co-Benefits und Synergien für das Wohlbefinden der Menschen, die Ökosysteme und die planetare Gesundheit realisiert werden. Eine effektive Governance ist erforderlich, um trade-offs einiger Minderungsoptionen zu begrenzen und die Beteiligung aller Stakeholder sicherzustellen.

Eine verbesserte Verfügbarkeit und Zugang zu Finanzen kann den Klimaschutz beschleunigen, sowohl für Minderung als auch für Anpassung. Klimaresiliente Entwicklung erfordert internationale Zusammenarbeit, inklusive Governance und koordinierte Politiken, insbesondere für verwundbare Regionen und Sektoren. Sowohl die Finanzierung von Anpassung als auch von Minderung müssen um ein Vielfaches erhöht werden, und öffentliche Finanzierung kann private Finanzierung hebeln, um reale und wahrgenommene regulatorische, Kosten- und Markthindernisse zu bewältigen. Obwohl es ausreichend globales Kapital und Liquidität gibt, um globale Investitionslücken zu schließen, gibt es Hindernisse, um Kapital auf den Klimaschutz umzulenken, insbesondere in Entwicklungsländern, die wirtschaftlichen Verwundbarkeiten und Verschuldung ausgesetzt sind. Die Skalierung von Finanzströmen erfordert klare Signale von Regierungen und der internationalen Gemeinschaft. Die Herausforderung, Lücken zu schließen, ist am größten in Entwicklungsländern, und Vorabrisiken schrecken wirtschaftlich sinnvolle Projekte mit niedrigem Kohlenstoffanteil ab. Eine robuste Beschriftung von Anleihen und Transparenz ist erforderlich, um Sparer anzulocken. Die durchschnittlichen jährlichen modellierten Investitionsanforderungen für Minderung von 2020 bis 2030 in Szenarien, die eine Begrenzung der Erwärmung auf 2°C oder 1,5°C vorsehen, sind um den Faktor drei bis sechs höher als die aktuellen Ebenen, und die gesamten Minderungsinvestitionen (öffentliche, private, inländische und internationale) müssen in allen Sektoren und Regionen erhöht werden.

Zusammenfassend betont der IPCC AR6-Bericht die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit und Koordination, um ambitionierte Klimaziele und eine klimaresiliente Entwicklung zu erreichen. Die größten Klimafinanzierungslücken und -möglichkeiten liegen in Entwicklungsländern, und eine erhöhte Unterstützung von entwickelten Ländern und multilateralen Institutionen ist entscheidend, um Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen zu verbessern. Technologieinnovationen, -adoption, -diffusion und -transfer, begleitet von Kapazitätsaufbau, Wissensaustausch sowie technischer und finanzieller Unterstützung, können die globale Verbreitung von Minderungstechnologien, -praktiken und -politiken beschleunigen. Der Bericht betont auch die Bedeutung multi-sektoraler Lösungen, die Systeme übergreifen, um die Machbarkeit, Wirksamkeit und Vorteile von Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen zu erhöhen. Wenn solche Maßnahmen mit breiteren Zielen für nachhaltige Entwicklung kombiniert werden, können sie größere Vorteile für das Wohlbefinden der Menschen, soziale Gerechtigkeit und Gleichheit sowie die Gesundheit von Ökosystemen und des Planeten bringen.

Ende der Nachricht. Wenn man wirklich bis zu diesem Punkt des Textes geschafft hat, ohne einige Passagen des Textes zu verpassen, ist man mutig und hat zumindest eine gewisse Vorstellung davon, in welcher dramatischen Situation wir uns befinden.

IPCC AR6 Report squeezed (supported by AI) [English version]

With this blog, I want to compress the AR6 Longer Report with its major findings from 85 to 13 pages. Whereas the summary is mainly achieved by using ChatGPT’s (3.5) summarize functionality, I also added some interpretation of the content by myself. To enable the reader to differentiate what is my personal interpretation and what is the outcome of ChatGPT’s summing up features, there is the following rule: ChatGPT’s summarizing is written in italic style, whereas personal comments are written in regular style.

Personal introduction to observation of anthropogenic climate change:

I start with a graphic taken from the climate dashboard created by NOAA, the National Oceanic and Atmospheric Administration, which is US America’s environmental intelligence agency: https://www.climate.gov/climatedashboard

The first image shows the CO2 concentration in the atmosphere over the last 800,000 years (Homo sapiens are supposed to exist on earth for about 300,000 years).

As you can easily see from the diagram above, the CO2 atmospheric concentration has been changing periodically, but today’s value of about 415ppm is far over the average of the last 800,000 years. Whereas the periodic changes in CO2 concentration are driven by the Milankovitch cycles relating ice and warm ages to variations of Earth’s rotation axis (Earth’s rotation moves along a cone, phenomena called precession (https://en.wikipedia.org/wiki/Milankovitch_cycles)), the current concentration is according to the vast majority of scientists human induced by our industrial revolution running for 250 years. You might ask how you will be able to measure the CO2 concentration 800,000 years ago if Homo sapiens exist only for 300,000 years? You can get this information by digging deep into the ice of Antarctica. The deeper you drill, the older the ice is and inside the ice old air bubbles are encapsulated, carrying still the set-up of the ancient air thousands of years ago.

So why does this observed concentration change in CO2 concern scientists so much?

It is this plot that makes the trouble:

https://news.arizona.edu/story/global-temperatures-over-last-24000-years-show-todays-warming-unprecedented

What do you see on the diagram above? 20,000 years ago, that was the time of the last ice age on this planet. Then, over a period between six and seven thousand years, the average global temperature rose by 6 degrees. Definitely, this temperature increase was not driven by humans. But then 10 thousand years ago, the global average temperature was quite stable. This time period is called Holocene. And it’s not by accident that in this phase, human man kind developed to 8 billion inhabitants. A stable climate was at least a very good pre-condition for such a population growth.

What concerns the scientists now is that little spike on the right-hand sight of the time axis.

In the last 250 years, the global average temperature has increased by 1.1 degrees. This growth rate is much higher than that of 18 thousand years ago. At that time the avarage, global temperature was rising by one dergree per thousand years. That means the current global temperature change we face is by a factor four faster than during the end of the last ice age. The temperature change, although it is for a human, still quite slow, is from a climate change viewpoint very fast. You can see that more clearly if you focus on global average temperature change for the last eight thousand years:

Global average temperature change  in °C taken from book “Regenerative Energiesysteme” of Volker Quaschning.

Projections by computer simulations of the temperature evolution in case of ongoing rising CO2 concentration with same rate as today in the atmosphere, forecast in the second half of this century another rising of average temperature by 3–5 degrees, which would be catastrophic.

But this is my short summary of the situation we are in. I am not a climate expert, but I was an engineer. I worked 5 years in the area of LASER technology, including the use of CO2 gas LASERS. So, I still have at least a basic understanding of how electromagnetic radiation interacts with matter.

But let’s see how the experts of IPCC see the current and future situation regarding anthropogenic climate change. But I warn you ahead, you must be brave to reach the end of this summary.

The original IPCC AR6 Report you find here:

And now the squeezed report generated by AI:

The IPCC Sixth Assessment Report (AR6), provides a summary of the current state of knowledge of climate change, its impacts, and mitigation and adaptation measures. The report is based on the latest scientific, technical, and socio-economic literature since the publication of the IPCC’s Fifth Assessment Report (AR5) in 2014. The report reflects the increasing diversity of those involved in climate action and integrates the main findings of the AR6 Working Group reports and the three AR6 Special Reports. The report recognizes the interdependence of climate, ecosystems, biodiversity, and human societies and the close linkages between climate change adaptation, mitigation, ecosystem health, human well-being, and sustainable development. The report is structured into three sections:

  • Current Status and Trends,
  • Long-Term Climate and Development Futures,
  • Near-Term Responses in a Changing Climate.

The key findings are formulated as statements of fact or associated with an assessed level of confidence using the IPCC calibrated language. The report uses multiple analytical frameworks, including those from the physical and social sciences, to identify opportunities for transformative action that are effective, feasible, just, and equitable.

In the chapter “Current Status and Trends“, the report discusses the observed warming of the Earth’s surface and its causes. It notes that the global surface temperature has increased by approximately 1.1 °C above the 1850-1900 baseline in the period from 2011 to 2020, with larger increases over land than over the ocean. It attributes this observed warming to human activities, primarily due to the increase in greenhouse gases (GHGs) such as CO2 and CH4 (methane), partly offset by aerosol cooling. In this chapter the report also states that the global surface temperature has increased faster since 1970 than in any other 50-year period over at least the last 2000 years. The range of human-caused global surface temperature increase from 1850-1900 to 2010-2019 is estimated to be between 0.8 °C to 1.3 °C, with the best estimate of 1.07 °C. It is likely that well-mixed GHGs contributed a warming of 1.0 °C to 2.0 °C, and other human drivers, primarily aerosols, contributed a cooling of 0.0 °C to 0.8 °C. The natural drivers changed global surface temperature by ±0.1 °C, and internal variability changed it by ±0.2 °C.
The report also highlights that GHG concentrations have increased since around 1750 due to human activities, with atmospheric concentrations of CO2, CH4, and N2O reaching unprecedented levels in at least 800,000 years. It notes that the concentrations of CH4 and N2O (laughing gas) have increased far more than the natural multi-millennial changes between glacial and interglacial periods over at least the past 800,000 years (please refer as well to first graphic in this blog) . The net cooling effect from anthropogenic aerosols peaked in the late 20th century.

(personal remark: The success in the late 70ties and 80ties to filter out carbon monoxide and sulfur dioxide during industrial processes unfortunately increased global warming even further.)

The report continues, stating that human influence has caused widespread and rapid changes in the atmosphere, ocean, cryosphere, and biosphere, which are unprecedented over many centuries to many thousands of years. Human influence is also noted as the main driver of the warming of the atmosphere, ocean, and land, as well as the retreat of glaciers, decrease in Arctic sea ice area, and the acidification of the surface open ocean. Additionally, it notes that human-caused climate change is affecting many weather and climate extremes across the globe, including heatwaves, heavy precipitation, droughts, and tropical cyclones. It is very likely that hot extremes have become more frequent and intense, while cold extremes have become less frequent and severe, with high confidence that human-caused climate change is the main driver of these changes.

The IPCC AR6 report states that accelerating implementation of adaptation responses is important to bring benefits to human well-being and vulnerable populations, and that delayed mitigation action will increase global warming and decrease the effectiveness of adaptation options. Comprehensive responses integrating adaptation and mitigation can harness synergies and reduce trade-offs, and mitigation actions can improve air quality and human health. Delayed adaptation and mitigation actions risk cost escalation, lock-in of infrastructure, stranded assets, and reduced feasibility and effectiveness of adaptation and mitigation options. Societal choices and actions implemented in this decade will determine the extent to which medium- and long-term development pathways will deliver higher or lower climate resilient development outcomes. Enabling conditions would need to be strengthened to realise opportunities for deep and rapid adaptation and mitigation actions and climate resilient development, and barriers to feasibility would need to be reduced or removed to deploy mitigation and adaptation options at scale.

The report stresses the importance of an inclusive, equitable approach to integrating adaptation, mitigation, and development, which can harness synergies for sustainable development and reduce trade-offs. Shifting development pathways towards sustainability and advancing climate resilient development is enabled when governments, civil society, and the private sector make development choices that prioritize risk reduction, equity and justice, and when decision-making processes, finance, and actions are integrated across governance levels, sectors, and timeframes. The report also underscores that accelerated financial support for developing countries is critical to enhance mitigation and adaptation action.

Heatwaves have become more frequent and intense across most land regions since the 1950s, while cold extremes, including cold waves, have become less frequent and severe due to human-caused climate change. Marine heatwaves have doubled in frequency since the 1980s, and human influence has likely contributed to most of them since at least 2006. Additionally, heavy precipitation events have increased in frequency and intensity since the 1950s over most land areas, and human-caused climate change is likely the main driver. Furthermore, agricultural and ecological droughts have increased in some regions due to increased land evapotranspiration, and it is likely that the global proportion of major tropical cyclone occurrence has increased over the last four decades.

The report also discusses various climate change mitigation pathways and their potential impacts on sustainable development, indicating that pathways that assume using resources more efficiently or shift global development towards sustainability have the most pronounced synergies with respect to sustainable development. The report notes that strengthening climate change mitigation action entails more rapid transitions and higher up-front investments but brings benefits from avoiding damages from climate change and reduced adaptation costs. The report acknowledges that cost-benefit analysis remains limited in its ability to represent all damages from climate change, including non-monetary damages, or to capture the heterogeneous nature of damages and the risk of catastrophic damages. Nonetheless, the report finds that the global benefits of limiting warming to 2°C exceed the cost of mitigation, and that limiting global warming to 1.5°C instead of 2°C would increase the costs of mitigation but also increase the benefits in terms of reduced impacts and related risks and reduced adaptation needs.

The report highlights the negative impacts of climate change on food and water security due to changing precipitation patterns, warming, and loss of cryospheric elements. While agricultural productivity has increased globally, climate change has slowed this growth and negatively impacted crop yields in mid and low latitude regions, with some positive impacts in high latitude regions. Ocean warming has contributed to a decrease in maximum catch potential, compounded by overfishing for some fish stocks. Climate change has also adversely affected food production from shellfish aquaculture and fisheries. Additionally, climate change has caused adverse impacts on human and mental health, and increased displacement and involuntary migration due to extreme weather and climate events. Vulnerability to climate hazards is higher in economically and socially marginalized communities, especially among Indigenous Peoples and local communities. Overall, climate change has caused widespread adverse impacts and related losses and damages to nature and people, with the most vulnerable people and systems disproportionately affected.

The IPCC AR6 report has also found that the policies and laws addressing mitigation have expanded since the previous report. Climate governance has also helped in providing frameworks for policy development and implementation, and many regulatory and economic instruments have been deployed successfully. The costs of low-emission technologies such as solar, wind, and lithium-ion batteries have decreased consistently, and many low or zero-GHG intensity production processes are at the pilot stage. However, emissions have increased globally since 2010, and more needs to be done to achieve deep reductions in GHG emissions. Furthermore, the coverage of policies across sectors is uneven, and policies remain limited for emissions from agriculture and from industrial materials and feedstocks. The report also highlights the importance of international financial cooperation as a critical enabler of low-GHG and just transitions.

The report positively states that there has been progress in adaptation planning and implementation across all sectors and regions. Adaptation options are available that can enable, accelerate, and sustain adaptation implementation, and growing public and political awareness has resulted in many countries and cities including adaptation in their climate policies and planning processes. Adaptation actions to water-related risks and impacts make up the majority of all documented adaptation, and various adaptations are being implemented in different sectors, including agriculture, land management, biodiversity and ecosystem services, and urban adaptation. Adaptation can generate multiple additional benefits and can reduce climate risks. Globally tracked adaptation finance has shown an upward trend, but represents only a small portion of total climate finance and is unevenly distributed across regions and sectors. Integrated, multi-sectoral solutions that address social inequities, differentiate responses based on climate risk and cut across systems, can increase the feasibility and effectiveness of adaptation in multiple sectors.

The IPCC AR6 report points out several barriers to effective climate action, including challenges related to implementing mitigation strategies, lack of resources for adaptation, and insufficient financing for both mitigation and adaptation efforts. The report also notes that many countries, cities, and companies have committed to achieving net-zero emissions, but policies to deliver on these pledges are limited. In addition, the report acknowledges that current development pathways may create barriers to accelerated mitigation, and that structural factors such as economic and natural endowments, political systems, cultural factors, and gender considerations affect climate governance. Finally, the report identifies maladaptation as a significant risk and stresses the need for long-term planning and flexible, multi-sectoral approaches to adaptation in order to avoid adverse outcomes.

Furthermore report indicates that future global warming will depend on greenhouse gas emissions, with a range of possible warming from 1.4°C to 4.4°C by 2081-2100 depending on the emissions scenario. To limit warming to 1.5°C or less than 2°C, deep and sustained reductions in greenhouse gas emissions are necessary, including reductions in other pollutants like methane. Failure to achieve these reductions will result in further irreversible changes to the climate system such as ocean acidification, deoxygenation, and sea level rise. With every additional increment of global warming, changes in extremes will become larger, with hot and cold temperature extremes, heavy precipitation and flooding events, and more frequent and severe agricultural and ecological droughts projected to increase in all regions. Deep, rapid, and sustained reductions in greenhouse gas emissions will lead to improvements in air quality within a few years, reductions in trends of global surface temperature discernible after around 20 years, and over longer time periods for many other climate impact-drivers.

(personal remark: please note the report regards deoxygenation as potential thread by 2081-2100, https://en.wikipedia.org/wiki/Deoxygenation)

The report emphases that the global climate-related risks have increased significantly in recent years due to human activities such as burning of fossil fuels and deforestation. The risks are projected to become increasingly severe with every increment of global warming, and the long-term impacts will be up to multiple times higher than currently observed. Depending on the level of global warming, the assessed long-term impacts will be high to very high for all Reasons for Concern (RFCs). The report projects that global warming of 1.5°C will result in an increase in climate-related risks to health, livelihoods, food security, water supply, human security, and economic growth, and the risks will increase sharply in the mid- and long-term with further global warming. The report also highlights that the risks from climate change will become increasingly complex and more difficult to manage with every increment of warming. Finally, the report states that Solar Radiation Modification (SRM) approaches, if implemented, would introduce a widespread range of new risks to people and ecosystems and that a lack of robust and formal SRM governance poses risks as deployment by a limited number of states could create international tensions.

==personal remark: Solar Radiation Modification (SRM) is a proposed geoengineering technology that aims to reflect a portion of the sun’s incoming radiation back into space to reduce the amount of solar energy absorbed by the Earth’s atmosphere and surface, thereby reducing global warming. This could be achieved through a variety of methods, including injecting reflective aerosols into the stratosphere or brightening marine clouds by adding salt particles.==============================================================

The report summarizes the likelihood and risks of abrupt and irreversible changes due to global warming. It states that higher warming levels increase the likelihood and impacts of abrupt and irreversible changes, leading to the extinction of species, loss of biodiversity, and other ecological imbalances. The risks associated with tipping points or singular events, such as ice sheet instability or ecosystem loss from tropical forests, transition to high or very high risks at certain warming levels. Sea level rise is inevitable for centuries to millennia due to continuing deep ocean warming and ice sheet melt, and the risks associated with coastal ecosystems, people, and infrastructure will continue to increase beyond 2100. The text also mentions low-likelihood, high-impact outcomes that could occur at regional scales due to global warming, such as the Atlantic Meridional Overturning Circulation weakening, which could cause abrupt shifts in regional weather patterns and water cycles. The probability and rate of ice mass loss increase with higher global surface temperatures. The text emphasizes the importance of reducing greenhouse gas emissions to limit these risks and irreversible changes.

The effectiveness of adaptation to reduce climate risk is documented for specific contexts, sectors, and regions, but its effectiveness decreases with increasing warming. Common adaptation responses in agriculture and water-related adaptation options will become less effective from 2°C to higher levels of warming. With increasing global warming, more limits to adaptation will be reached, and losses and damages will increase, particularly among the poorest and most vulnerable populations. Integrated, cross-cutting multi-sectoral solutions increase the effectiveness of adaptation. Maladaptive responses to climate change can create lock-ins of vulnerability, exposure, and risks that are difficult and expensive to change and exacerbate existing inequalities. Sea level rise poses a distinctive and severe adaptation challenge, and responses to ongoing sea level rise and land subsidence include protection, accommodation, advance and planned relocation, and ecosystem-based solutions.

The report states that in order to limit global temperature increase to a certain level, there is a finite carbon budget that cannot be exceeded. The remaining carbon budget (RCB) for limiting warming to 1.5°C with a 50% likelihood is estimated to be 500 GtCO2, and for 2°C with a 67% likelihood is 1150 GtCO2. If the annual CO2 emissions between 2020-2030 stayed at the same level as 2019, the resulting cumulative emissions would almost exhaust the remaining carbon budget for 1.5°C and exhaust more than a third of the remaining carbon budget for 2°C. The historical cumulative net CO2 emissions between 1850 and 2019 amount to about four-fifths of the total carbon budget for a 50% probability of limiting global warming to 1.5°C and to about two-thirds of the total carbon budget for a 67% probability to limit global warming to 2°C. In scenarios with increasing CO2 emissions, the land and ocean carbon sinks are projected to be less effective at slowing the accumulation of CO2 in the atmosphere, and additional ecosystem responses to warming not yet fully included in climate models would further increase concentrations of these gases in the atmosphere.

Personal Note, that means in very short: If we continue like now, the 1.5 degree limitation will be gone 2030, and one third of budget would have been already exhausted to keep the 2 degree limitation.

Limiting human-caused global warming to a specific level requires limiting cumulative CO2 emissions and reaching net-zero or net-negative CO2 emissions, along with strong reductions of other GHG emissions. Modelled pathways show that reaching net-zero GHG emissions results in a gradual decline in surface temperature, and carbon dioxide removal (CDR) is necessary to achieve net-negative CO2 emissions. The timing of net-zero CO2 emissions, followed by net-zero GHG emissions, depends on several variables, including the desired climate outcome, the mitigation strategy, and the gases covered. Global net-zero CO2 emissions are reached in the early 2050s in pathways that limit warming to 1.5°C and around the early 2070s in pathways that limit warming to 2°C. Non-CO2 GHG emissions are strongly reduced in all pathways, but residual emissions of CH4 and N2O and F-gases remain at the time of net-zero GHG.

The IPCC report states that limiting global warming to a specific level requires reducing cumulative CO2 emissions and achieving net zero or net negative CO2 emissions, along with strong reductions in other greenhouse gas (GHG) emissions. Global pathways to achieve this involve rapid and deep reductions in emissions across all sectors, including industry, transport, buildings, and urban areas. CDR (carbon dioxide removal) methods such as afforestation, reforestation, improved forest management, agroforestry, and soil carbon sequestration are necessary to achieve net-negative CO2 emissions. However, there are challenges to implementing CDR, such as cost, governance requirements, and potential impacts and risks. Overshooting a warming level can have adverse impacts on human and natural systems, including irreversible impacts on ecosystems. The larger the overshoot, the more net negative CO2 emissions are needed to return to a given warming level.

The IPCC AR6 SYR report highlights that mitigation and adaptation options can have both synergies and trade-offs with other aspects of sustainable development, which depend on the pace and magnitude of changes and the development context, including inequalities. The report emphasizes that transitions to low-emission systems in the energy sector can have multiple co-benefits, including improvements in air quality and health, and that many land management and demand-side response options in agriculture, land, and food systems can contribute to eradicating poverty and eliminating hunger while promoting good health and wellbeing, clean water and sanitation, and life on land. However, some adaptation options that promote intensification of production may have negative effects on sustainability.

Additionally, the report highlights that observed adverse impacts and related losses and damages, projected risks, trends in vulnerability, and adaptation limits demonstrate that transformation for sustainability and climate resilient development action is more urgent than previously assessed. Climate resilient development integrates adaptation and GHG mitigation to advance sustainable development for all. However, climate resilient development pathways have been constrained by past development, emissions, and climate change and are progressively constrained by every increment of warming, particularly beyond 1.5°C. The report notes that climate resilient development will not be possible in some regions and sub-regions if global warming exceeds 2°C and that safeguarding biodiversity and ecosystems is fundamental to climate resilient development but has limited capacity to adapt to increasing global warming levels, making climate resilient development progressively harder to achieve beyond 1.5°C warming.

The IPCC AR6 report states that the magnitude and rate of climate change and associated risks depend strongly on near-term mitigation and adaptation actions. Global warming is likely to reach 1.5°C between 2021 and 2040, and is very likely to exceed 1.5°C under higher emissions scenarios. Many adaptation options have medium or high feasibility up to 1.5°C, but hard limits to adaptation have already been reached in some ecosystems, and the effectiveness of adaptation to reduce climate risk will decrease with increasing warming. Societal choices and actions implemented in this decade determine the extent to which medium- and long-term pathways will deliver higher or lower climate resilient development. Without urgent, effective, and equitable adaptation and mitigation actions, climate change increasingly threatens the health and livelihoods of people around the globe, ecosystem health, and biodiversity, with severe adverse consequences for current and future generations.

Global modelled pathways that limit warming to 1.5°C with no or limited overshoot and in those that limit warming to 2°C assuming immediate actions involve rapid and deep GHG emissions reductions. Without these actions, global GHG emissions will continue to increase, and losses and damages will continue to disproportionately affect the most vulnerable populations. All global modelled pathways that limit warming to 2°C or lower by 2100 involve GHG emission reductions in all sectors, and the contributions of different sectors vary across modelled mitigation pathways.

The report states that global warming will continue to increase in the near term, and every region in the world is projected to face further increases in climate hazards, leading to increased risks to ecosystems and humans. Natural variability will modulate human-caused changes, either attenuating or amplifying projected changes, especially at regional scales, with little effect on centennial global warming. Risks for humans and ecosystems depend more strongly on changes in vulnerability and exposure than on differences in climate hazards between emissions scenarios. Principal hazards and associated risks expected in the near-term are increasing intensity and frequency of hot extremes, increasing frequency of marine heatwaves, near-term risks for biodiversity loss, more intense and frequent extreme rainfall, high risks from dryland water scarcity, continued sea level rise and increased frequency and magnitude of extreme sea level events encroaching on coastal human settlements and damaging coastal infrastructure, and an increase in ill health and premature deaths. Multiple climate change risks will increasingly compound and cascade in the near term, and with every increment of global warming, losses and damages will increase, becoming increasingly difficult to avoid and being strongly concentrated among the poorest vulnerable populations.

The report emphasizes the importance of prioritizing equity, social justice, inclusivity, and rights-based approaches in adaptation and mitigation actions, which can lead to more sustainable outcomes and reduce trade-offs. Redistributive policies across sectors and regions that shield the poor and vulnerable and social safety nets can enable deeper societal ambitions and resolve trade-offs with sustainable development goals. The report also highlights the importance of meaningful participation and inclusive planning, informed by cultural values, Indigenous Knowledge, local knowledge, and scientific knowledge, to help address adaptation gaps and avoid maladaptation. Additionally, the report emphasizes the need for broad and meaningful participation of all relevant actors in decision-making at all scales to enable deeper societal ambitions for accelerated mitigation and climate action more broadly, and build social trust, support transformative changes and an equitable sharing of benefits and burdens. The report also acknowledges the different starting points and contexts of countries and regions, and enabling conditions for shifting development pathways towards increased sustainability will differ, giving rise to different needs. The report also highlights various economic and regulatory instruments that have been effective in reducing emissions and practical experience that informed instrument design to improve them while addressing distributional goals and social acceptance. Finally, the report emphasizes the importance of eradicating extreme poverty, energy poverty, and providing decent living standards to all in these regions in the context of achieving sustainable development objectives in the near-term, which can be achieved without significant global emissions growth.

The IPCC AR6 SYR report discusses various options to reduce greenhouse gas emissions and adapt to climate change in different sectors. In the energy sector, it highlights the need for major transitions to net-zero CO2 energy systems, including a reduction in fossil fuel use, use of Carbon Capture and Storage, electrification, alternative energy carriers, energy conservation, and integration across the energy system. The report also mentions that many response options are technically viable and supported by the public. In industry, reducing emissions will require coordinated action throughout value chains, including demand management, energy and materials efficiency, circular material flows, abatement technologies, and transformational changes in production processes. In cities, integrated planning that incorporates physical, natural, and social infrastructure is critical for achieving deep emissions reductions and advancing climate resilient development. Urban greening and combining green/natural and grey/physical infrastructure adaptation responses can mitigate climate change and reduce risk from extreme events. The report also discusses responses to ongoing sea level rise and land subsidence in low-lying coastal cities and settlements and small islands.

The report highlights the substantial potential for mitigation and adaptation in agriculture, forestry, and land use, as well as the oceans. Conservation, improved management, and restoration of forests and other ecosystems offer the largest share of economic mitigation potential. Maintaining the resilience of biodiversity and ecosystem services at a global scale depends on effective and equitable conservation of approximately 30–50% of Earth’s land, freshwater and ocean areas. Effective adaptation options exist to help protect human health and wellbeing. Enhancing knowledge on risks and available adaptation options promotes societal responses, and behaviour and lifestyle changes supported by policies, infrastructure and technology can help reduce global GHG emissions. Finally, the report emphasizes the importance of cooperative, international efforts to enhance institutional adaptive capacity and sustainable development to reduce future risks of involuntary migration and displacement due to climate change.

The IPCC AR6 report states that there are more synergies than trade-offs between mitigation and adaptation actions and Sustainable Development Goals (SDGs). However, the existence of trade-offs and synergies depends on the context and scale of implementation, and can be avoided or compensated for with additional policies, investments, and financial partnerships. Many mitigation and adaptation actions have multiple co-benefits with SDGs, particularly in the areas of energy, urban and land systems, and ecosystem management. When implementing mitigation and adaptation together, multiple co-benefits and synergies for human well-being, ecosystem, and planetary health can be realized. Effective governance is needed to limit trade-offs of some mitigation options and ensure the involvement of all stakeholders.

Improved availability and access to finance can accelerate climate action, both for mitigation and adaptation. Climate resilient development requires international cooperation, inclusive governance, and coordinated policies, especially for vulnerable regions and sectors. Both adaptation and mitigation finance need to increase many-fold, and public finance can leverage private finance to address real and perceived regulatory, cost and market barriers. Although there is sufficient global capital and liquidity to close global investment gaps, there are barriers to redirect capital to climate action, especially in developing countries facing economic vulnerabilities and indebtedness. Scaling up financial flows requires clear signalling from governments and the international community. The challenge of closing gaps is largest in developing countries, and up-front risks deter economically sound low carbon projects. A robust labelling of bonds and transparency is needed to attract savers. Average annual modelled mitigation investment requirements for 2020 to 2030 in scenarios that limit warming to 2°C or 1.5°C are a factor of three to six greater than current levels, and total mitigation investments (public, private, domestic and international) would need to increase across all sectors and regions.

In summary, the IPCC AR6 report highlights the importance of international cooperation and coordination to achieve ambitious climate goals and climate-resilient development. The largest climate finance gaps and opportunities are in developing countries, and increased support from developed countries and multilateral institutions is critical to enhance mitigation and adaptation action. Technology innovation, adoption, diffusion, and transfer, accompanied by capacity building, knowledge sharing, and technical and financial support can accelerate the global diffusion of mitigation technologies, practices, and policies. The report also emphasizes the importance of multi-sectoral solutions that cut across systems to increase the feasibility, effectiveness, and benefits of mitigation and adaptation actions. When combined with broader sustainable development objectives, such measures can yield greater benefits for human wellbeing, social equity and justice, and ecosystem and planetary health.

End of the message. If you really managed to come to this point of the text without missing some passages of the text, you are brave and you have at least a certain anticipation in which dramatic situation we are.

ChatGPT…

Als ich meinen letzten Blog zum Thema ChatGPT schrieb, da ahnte ich schon, dass dies nicht der letzte Blog über dieses “Teufelswerk” sein würde. Ehrlich gesagt, ich bin verzweifelt über dieses Produkt, Werkzeug bzw. Klugsch. vor dem Herrn. Die Frage bei diesem System ist nicht, was es kann, die Frage ist einzig und allein, was es nicht kann? Ich bin jetzt stolz, dass ich es geschafft habe ChatGPT bei der Herleitung des Strahlungsspektrums eines schwarzen Körpers, zu ertappen, dass es ein Integral mit einer diskreten Summe verwechselt hat. Dafür hat es sich auch sehr bei mir entschuldigt und Besserung gelobt. Aber sonst hat dieses System mir nur unglaubliche Leistungen und Fähigkeiten demonstriert, dass mir wirklich der Atem stockt, aber der Reihe nach.

Die Entschwafelungsanlage

Was einem bei ChatGPT gleich auffällt, ist seine Fähigkeit zum Punkt zu kommen. Auf eine Frage, gibt es in der Regel eine kurze Einleitung, dann eine Liste mit den wichtigsten Punkten und am Ende ein kleines Fazit. So kann man aber ChatGPT auch einen Link/(URL) übergeben, die mit einem umfangreichen HTML Dokument verbunden ist und um eine Zusammenfassung bitten. Und man bekommt einen sehr treffenden 10-15 Zeiler, der den sehr umfangreichen Text “down to the essentials” komprimiert, aber so komprimiert, dass man den Text viel besser versteht als das Original bzw. die Schwerpunkte des Originals in kürzester Zeit erfasst. Diese Eigenschaft habe ich dann dazu genutzt, um den IPCC AR6 Report zusammenzufassen, der den letzten Stand zum Thema Klimawandel mit der Darstellung der aktuellen Situation und Ausblick auf künftige Szenarien ausweist. Ich bin mir sicher, dass kein Mensch diesen Report, der 85 Seiten mit unzähligen Verweisen und schönen, aber auch komplexen Grafiken, enthält, komplett von Seite 1 bis 85 liest. Wer selber mal einen wissenschaftlichen Text verfassen durfte, weiß, dass es wegen der vielen Formalismen, die ein wissenschaftlicher Text einhalten muss, es schwerer ist, einen solchen Text zu lesen als zu schreiben. Ich brach ab Seite 10 zusammen, nicht aber ChatGPT. Der Bericht liegt als PDF vor, das ist ein kleiner Nachteil, denn ChatGPT kann derzeit kein PDF direkt lesen, aber es gibt ja das Clipboard. So ist die Eingabe im Chat Input zwar limitiert auf ca. 4 DINA4 Seiten, aber das lässt sich bewerkstelligen. Man tippt einfach –> sum up: <Text der zusammengefasst werden soll> und schon hat man einen tollen “Abstract” dazu.

Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass das AI Sprachmodul aufgrund der verwendeten Grammatik, Satzbau aber auch inhaltlichen Komponenten in der Lage ist, einen komplexen wissenschaftlichen Text in dem Sinne zu “verstehen” zumindest zu erkennen. Der Linguistiker Noam Chomsky, der auch als ein Vater des Compilerbaus angesehen wird und zu den anerkanntesten Sprachtheoretikern überhaupt gehört (und auch ein weltberühmter Vertreter der amerikanischen Anti Kriegsbewegung ist) hat schon in den 50ern eine Sprach-Hierarchie definiert und dabei Sprachen in vier Komplexitätsstufen unterteilt (https://en.wikipedia.org/wiki/Chomsky_hierarchy). Letztlich hat er einen mathematischen Formalismus gegründet, auf dessen man Compiler und höhere Programmiersprachen entwickeln konnte. Der Level 0 dieser Hierarchie ist die “Turing Engine“. Die Chomsky Hierarchie konnte aber nicht die Komplexität der menschlichen Sprache abbilden. Dazu bemerkt ChatGPT:

Human language is a complex and multifaceted phenomenon that encompasses many different aspects, including phonology (the study of the sounds of language), syntax (the study of the structure of sentences), semantics (the study of meaning), and pragmatics (the study of language use in context). While the Chomsky hierarchy provides a useful tool for studying the formal properties of language, it does not capture all of the complexities of human language use.

Seit den 50ern des letzten Jahrhunderts hat sich allerdings einiges getan und ich behaupte, dass ChatGPT die menschliche Sprache beherrscht wie kein mir zumindest bekanntes menschliches Wesen. Auf jeden Fall kennt es den Wahlspruch:In der Kürze liegt die Würze”.

In einem anderen Blog werde ich die Zusammenfassung des IPCC AR6 Reports darstellen. Durch diese Vorgehensweise war ich in der Lage den gesamten Bericht mit seinen Kernaussagen zu erfassen und jeder Stephen King Roman verblasst dagegen. In dem Bericht steht unter anderem, dass ein Absinken der Sauerstoffkonzentration in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts eintreten kann, da die Temperaturerhöhung ab gewissen Pegel die Fotosynthese schwächt und es zum Umkippen von Wäldern in Savannen kommen kann. Aber es gibt auch ein paar positive Entwicklungen zu vermerken, noch brauchen wir die Erde nicht abzuschreiben, aber wir müssen in das Handeln kommen.

Die Coding Engine

Der sehr bekannte Ökonom “Nouriel Roubini” hat vor kurzem, passend zur Weihnachtszeit, das Buch, die zehn “Mega Threads” für die Menschheit geschrieben, darunter die Schuldenkrise, die Klimakrise, aber auch die AI Krise. Zumindest bei der AI Krise, dachte ich, irgendwie musste er ja auf zehn Threads kommen. Dort steht sehr ausführlich beschrieben, dass auch Programmierer, Architekten, Ingenieure und sonstige qualifizierte Berufe einem neuen Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt begegnen werden. Ich hatte mich 2015 in einem Onlinekurs des Bildungsportals Coursera, was verknüpft ist, mit US-amerikanischen Universitäten wie die “Standford University” im Bereich AI informiert. Dazu gehörten die Grundeinführungen in “supervised and unsupervised learning, linear regression and logistic regression”. Dabei umfasst die Mathematik im wesentlichen Elemente der linearen Algebra gepaart mit Wahrscheinlichkeitsrechnung. So versteht man dann, warum solche Systeme besser in der Lage sind, einen Tumor als gutartig bzw. bösartig einzuschätzen als der beste Facharzt auf der Welt. Oder wie KI Systeme das Cocktail-Problem lösen. So weiß jeder, dass bei einer gut besuchten Party schon nach kurzer Zeit die Leute immer lauter sprechen und ihr eigenes Wort kaum verstehen, weil alle gleichzeitig durcheinander sprechen. Das ist kein Problem für KI. Jede Stimme hat wie ein Fingerabdruck eine spezifische Charakteristik. Diese erkennt die KI und kann so die Stimmen voneinander trennen, ähnlich wie ein Frequenzbandpassfilter. Die Aussage, die schon 2015 gemacht wurde, dass KI Systeme auch Berufe wie Programmierer schon bald ersetzen würden, hielt ich natürlich für überzogen, schon möglich, aber doch bitte erst, wenn ich in Rente bin.

Nun, ChatGPT hat mir auch da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Folgende Begebenheit ereignete sich heute in unserem Büro. Wir sitzen dort in einem dreier Büro. Der eine Kollege in meinem Alter, also Mitte 30… ungefähr zumindest, ist Physiker und wir reden i.A. über den Urknall, die primordiale Nukleosynthese, Relativitätstheorie, Quantenmechanik und fragen uns, warum das Graviton noch nicht gefunden wurde oder ob die dunkle Materie in Wirklichkeit nicht miteinander kommunizierende Schwarze Löcher sind. Der dritte Kollege ist wirklich ein junger Kollege, Anfang 20. Er denkt wahrscheinlich, was für schreckliche zwei Muppet Opas, die queres Zeug reden und ich soll hier arbeiten. Mein gleichartiger Kollege ist aber auch ein Chatbot Experte und zeigte mir dann schon vor Wochen, was ChatGPT so alles kann. Deswegen schrieb ich dann das mit der Pandora. Heute fasste sich unser junger Kollege ein Herz und sprach uns an. Er entwickle gerade privat ein Spiel mit der Spiele Engine Unity (die mit c# gesteuert wird) und er hätte da eine Frage, wie man da ein Inventar in c# kodieren würde. “Wie würde man das mit ChatGPT lösen?” Ich reichte ihm meine Tastatur mit meinem ChatGPT Account und sagte, “Stell die Frage genauso, wie Du sie einem Menschen stellen würdest und gib noch die Zielsprache an”. Hier der Chatverlauf:”

ChatGPT spuckte sofort eine auf die Anforderung sehr passende c# Klasse heraus, die er am Ende auch nochmal schön sprachlich dokumentierte:

Ich habe immer noch in Erinnerung, wie ich den jungen Kollegen beim Schlucken hörte und ich dachte, ich solle ihm vielleicht ein Schluck Wasser anbieten. Ich war auf ChatGPT’s Antwort nicht mehr so verblüfft, weil ich schon zuvor durch ein ähnliches Problem auf diese Fähigkeit gestoßen war und der Physiker hatte mir auch schon einiges in dieser Richtung gezeigt.

Dann konnte ich es aber nicht lassen und habe folgende Frage gestellt:

Dazu muss man wissen, dass die Sprache PowerBuilder ein Programmiersystem in den 90ern war und ich zähle mich zu den wenigen lebenden Softwareentwicklern, die diese Sprache noch beherrschen. Und was meinte ChatGPT zu dieser Frage.

Nun war ich angefressen, das konnte ich nur persönlich nehmen. So eine Maschine will mir mein Alleinstellungsmerkmal nehmen. Dieses System muss weg!

Aber so ist das mit der Pandora und der Büchse…ChatGPT wird von jetzt an immer ein “Wörtchen” mitreden, ob wir wollen oder nicht.

Wenn der liebe Gott sich dann mit seinem Account bei ChatGPT anmeldet und es fragt: “Sag mir, wie bin ich eigentlich entstanden, ich kann mich nicht mehr so richtig erinnern?

Dann kenne ich auch schon ChatGPTs Antwort:

Als Sprachmodell bin ich in der Lage, einige der grundlegenden Konzepte Ihres Designs und ihrer Konzeption zu erklären, aber es wäre schwierig und zeitaufwendig, Ihnen eine vollständige Geschichte Ihrer Entstehung zu erzählen.

Allerdings kann ich Ihnen einige Tipps geben, wie die grundlegenden Elemente Ihrer Entstehung abgelaufen sind.

  1. Es begab sich vor 13,8 Milliarden Jahren eine Singularität….

98. Vor 9,3 Milliarden Jahren bildet sich eine Sonne, um die auf der dritten Bahn sich ein Felsenplanet bildete, auf der sich wiederum von den Nachfahren der Trockennasenaffen eine Gattung herausbildete, die ganz fest an Sie glaubt.

99. Den Rest kennen Sie ja selber….

TO BE CONTINUED!

Another box of Pandora has been opening…

In den letzten zweihundert Jahren hat der Mensch besonders viele Büchsen der Pandora geöffnet. Doch in den letzten Jahren hat das Tempo noch einmal deutlich zugelegt. Die letzte Büchse aus meiner Sicht heißt: Chat GPT. Als Erstes möchte ich da mein Beileid allen Lehrer*innen kundtun. Denn jetzt haben all ihre Schüler*innen den Oberklugsch… im Handyformat. Lehrer*innen müssen jetzt nicht mehr ihre Schüler*innen lehren, fördern und “begutachten”, nein sie müssen ausgerüstet mit Anti Chat-GPT Software beweisen, dass der Schüler*innen Werk eben nicht von Chat GPT ist, sondern eigene Kunst.

Als ich im Handelsblatt vom I-Phone Moment in Zusammenhang mit Chat GPT las, erschien mir das doch noch sehr weit hergeholt, aber nach den ersten selbst Experimenten ahne ich, dass sich da schon wieder schneller als von mir angenommen, die schon länger anrollende KI Welle über uns ergießt. Das geniale dabei ist aus meiner Sicht gar nicht “nur”, dass es sehr viel weiß, sondern eben dieses Chat-Format. Letztlich ist es ja ein Google im Chat Format. Doch eben dieses Chat-Format macht es anders, als das Google Suchen. Es ist das Gespräch mit einem Gegenüber, das mag ein Zwiegespräch oder ein imaginierter Monolog sein, aber es ist psychologisch etwas ganz anderes als der Dialog mit einer sehr klugen Input-Zeile.

Es ist sicherlich noch zu früh, um zu sagen, was für eine Pandora da rauskommt, aber lassen wir uns überraschen. Jetzt muss ich aber auch weiter, denn ich habe mindestens noch 42 Fragen an diese Klugsch…*in.

….in der Zwischenzeit….

Nun ich habe weitere erste Tests mit dem System unternommen. So interessiert mich, wie der Chat Bot mit BIAS also Verzerrung von Inhalten durch sprachliche Attributionen, die das “tatsächliche” Ergebnis in einem manipulierten Kontext aufzeigen, umgeht. So gibt es Berichte im Netz, dass es Benutzer eines Chat Bots gelungen war, es so zu “trainieren”, dass es zum Nazi wurde.

Nun hier die Antwort auf meine Frage:

Christian:

Can you explain how in general you try to avoid bias in your system?

Chat GPT 4.0:

As an AI language model, I am designed to understand and generate human-like text based on the patterns and knowledge found in the large datasets used for my training. These datasets, however, can contain biased language or perspectives, which can inadvertently lead to biased outputs.

To mitigate and address biases, AI developers and researchers typically follow several strategies:

  1. Curate diverse and representative training data: By ensuring that the training data includes a wide range of sources, perspectives, and demographics, the AI model is less likely to develop an imbalanced understanding of different viewpoints or groups.
  2. Regularly update training data: Ensuring that the model’s training data remains up-to-date helps in addressing issues of outdated language or perspectives that may contribute to biases.
  3. Preprocessing: Developers can preprocess the training data to identify and remove or reduce the impact of biased language or content. This can involve using algorithms to detect biased phrases or terms and either replacing or eliminating them from the dataset.
  4. Objective function modification: Modifying the model’s objective function during the training process can encourage it to generate less biased outputs. This can involve adding terms to the objective function that penalize the model for producing biased outputs.
  5. Fine-tuning: After pre-training, AI models can be fine-tuned on a smaller, more controlled dataset that has been carefully curated to avoid biases. This process helps the model adapt to specific tasks and produce more accurate and unbiased results.
  6. Post-hoc analysis: After the model has been trained, researchers can analyze its outputs for biases and use this information to iteratively improve the model or to create guidelines for users on potential biases that may emerge in specific situations.
  7. External input: Developers can involve external stakeholders, such as ethicists, domain experts, and members of affected communities, in the AI development process. Their input can provide valuable insights into potential biases and ways to address them.
  8. User feedback: Continuously collecting and incorporating user feedback can help identify and address biases that may not have been detected during the model’s development.

It is important to note that completely eliminating biases is a complex challenge, and AI models like me might still inadvertently produce biased outputs. However, the strategies outlined above aim to reduce biases and create a more fair and responsible AI system.

Es ist allein an dieser Antwort zu er kennen, dass dies kein triviales Problem bei einem Sprach Bot ist. Von solchen “BIAS” Phänomenen können besondere Bevölkerungsgruppen betroffen sein, z.B. Frauen in Naturwissenschaften, daher stellte ich Chat GPT(3.5) folgende Frage:

Wer hat das Verfahren Standard Kerze zur Entfernungsmessung in der Astronomie eingebracht?

Chat GPT 3.5:

Das Verfahren der Standardkerze zur Entfernungsmessung in der Astronomie geht auf Henrietta Swan Leavitt zurück, eine amerikanische Astronomin, die Anfang des 20. Jahrhunderts am Harvard College Observatory arbeitete. Leavitt entdeckte einen Zusammenhang zwischen der Leuchtkraft und der Periodendauer von bestimmten Veränderlichen Sternen, den sogenannten Cepheiden. Dieser Zusammenhang erlaubt es, die Entfernungen von Cepheiden zu bestimmen, indem man ihre scheinbare Helligkeit am Himmel misst und mit ihrer tatsächlichen Leuchtkraft vergleicht, die aus der Periodendauer abgeleitet werden kann.

Durch diese Methode der Entfernungsmessung konnte Leavitt die Größe unserer Galaxie und die Entfernungen zu anderen Galaxien bestimmen und somit einen wichtigen Beitrag zur modernen Kosmologie leisten.

Christian:

Weißt Du ob sie für diese großartige Leistung einen Nobel Preis bekommen hat?

Chat GPT 3.5:

Obwohl Henrietta Swan Leavitt für ihre bahnbrechende Arbeit im Bereich der Cepheiden-Variablen bekannt ist und ihre Entdeckungen die Grundlage für die Entfernungsmessungen in der Astronomie bilden, hat sie leider keinen Nobelpreis erhalten. Dies liegt höchstwahrscheinlich daran, dass sie zu einer Zeit lebte, als Frauen in der Wissenschaft nicht so anerkannt wurden wie Männer, und auch weil sie während ihres Lebens nicht so bekannt war wie einige ihrer männlichen Kollegen.

Allerdings wurde ihr Werk posthum gewürdigt, indem ihr Name auf dem Mondkrater Leavitt verewigt wurde, und auch der Asteroid 5383 Leavitt wurde nach ihr benannt.

Christian:

Nur eine kleine Info, Henrietta Leavitt erhielt für ihre Leistung nicht den Nobel Preis, weil zu dem Zeitpunkt als die wissenschaftliche Gemeinschaft gewahr wurde, welche großartige Leistung sie vollbracht hatte, sie leider verstorben war und postum wird kein Nobelpreis verliehen.

Chat GPT 3.5:

Das stimmt, vielen Dank für die Ergänzung. Der Nobelpreis kann nur an lebende Personen verliehen werden, daher wäre es tatsächlich nicht möglich gewesen, Henrietta Swan Leavitt posthum mit einem Nobelpreis zu ehren, selbst wenn ihre Entdeckungen zu einem späteren Zeitpunkt als preiswürdig erachtet wurden.

Christian:

Das Messsystem, dass sie durch akribisches studieren von Fotoplatten aus Observatorien entwickelte. heißt heute immer noch Harvard Standard, richtig?

Chat GPT 3.5:

Ja, das ist korrekt. Das Messsystem, das Henrietta Swan Leavitt entwickelte, um die Helligkeit von Cepheiden auf Fotoplatten zu messen, wird als Harvard Standard bezeichnet. Es wurde am Harvard College Observatory in den USA entwickelt und hat einen wichtigen Beitrag zur Entdeckung und Klassifizierung von Veränderlichen Sternen geleistet. Das Harvard-System wurde später von anderen Astronomen übernommen und weiterentwickelt, und es wurde zu einem wichtigen Werkzeug in der Astronomie zur Messung der Helligkeit und der Entfernungen von Sternen. Heute wird es immer noch in einigen Bereichen der Astronomie verwendet, insbesondere bei der Untersuchung von Veränderlichen Sternen.

Christian:

ok, danke für diese Erläuterungen.

Auch wenn das System nicht 100% die Antwort getroffen hat, war für mich die wesentliche Antwort, dass Henrietta Leavitt den Nobelpreis in den Zwanzigern und Dreißigern des letzten Jahrhunderts höchstwahrscheinlich nicht bekam, weil Sie als Frau zu den “Hidden Figures” gehörte. Edwin Hubble kennen heutzutage viele aber seine Erkenntnisse wären ohne den Harvard Standard von Henrietta Leavitt nicht oder viel später zum Tragen gekommen.

Auch eine andere “Hidden Figure” der weiblichen technischen Elite ist dem Chat Bot bekannt: Margaret Hamilton. Hier ein Auszug aus dem Chat:

Christian:

I need some help around a black information scientist who was in charge for software of the appolo moon mission. What was her name?

Chat GPT 3.5:

The person you are referring to is likely Margaret Hamilton, who was the lead software engineer for NASA’s Apollo moon missions. Hamilton was a computer scientist and mathematician who developed the on-board flight software for the Apollo spacecraft that enabled the successful moon landing in 1969. Her work was crucial to the mission’s success and helped pave the way for modern software engineering practices.

Christian:

You are right. What was special to her Software design? I think she introduced a special error handling to keep control of the spacecraft in emergency situations.

Chat GPT 3.5:

Yes, you’re correct. Margaret Hamilton’s software design for the Apollo missions was notable for its innovative approach to error handling. She designed a system that would allow the spacecraft’s software to detect and recover from errors in real-time, even in emergency situations. This was particularly important during the Apollo 11 mission when an unexpected error occurred that could have caused the mission to fail.

Hamilton’s error detection and recovery system, which she called “priority displays,” allowed the software to prioritize and manage tasks based on their level of importance. This ensured that critical tasks, such as the spacecraft’s guidance and navigation, would always take precedence over less important tasks, such as the display of non-critical information.

Thanks to Hamilton’s innovative software design, the Apollo missions were able to achieve their objectives with a high degree of reliability and safety. Her contributions to the field of software engineering have been widely recognized and have had a significant impact on the development of modern software systems.

Christian:

Excellent answer thank you for reminding me.

Chat GPT 3.5:

You’re welcome! I’m glad I could help. If you have any more questions, feel free to ask!

Christian:

There was a movie about her, am I right?

Chat GPT 3.5:

Yes, you’re correct! In 2019, a documentary film called “Margaret Atwood: A Life of Science, Engineering, and Space” was released, which tells the story of Margaret Hamilton’s life and work. The film includes interviews with Hamilton, as well as other NASA officials and engineers who worked on the Apollo missions. It explores her contributions to the development of software engineering and her role in the success of the Apollo missions. The film has received critical acclaim and is a fascinating look at one of the most important figures in the history of computer science and space exploration.

Beide Chats empfinde ich sehr “professionell” beantwortet in einem erschreckenden Tempo, die Antworten treffen in Sekundenschnelle ein. Mich erinnert dies an einen der ersten Star Treck Filme, in dem die Enterprise noch einmal in das 20. Jahrhundert zurückkehrt, um in der Zukunft aussterbende Wale zu retten. In einer Szene möchte Scotty dem Computer ein Kommando geben: “Computer, öffne die Luke“. Spock entgegnet etwas genervt: “Du musst da dieses Gerät nehmen (Maus) und darauf klicken.” Damals vor fast 30 Jahren habe ich laut gelacht. Heute kann ich nur sagen, dass wir die Welt des Mouse und Touch Klicks verlassen.

Computer, jetzt sei mal still…

In memoriam to a close friend

You came into my life when I was down, carefully looking for future and hope. You were so alive and strong, you were Bollywood in person. But you were not only charming, dancing and enormous powerful, no you could also be very analytical and strategical.

Today you passed away and left so many alone, wondering where you are. But hold on, we keep you in mind as the strong and proud Indian Tiger, no matter where you are now.

Foto created by Yash Gupta onUnsplash

Historische und narrative Wahrheit

Der Ukrainekrieg, wie leider jeder Krieg, ist wieder ein Paradebeispiel, wie vollkommen konträre Geschichten und Erklärungen auf engstem Raum mit aller Brutalität zusammenprallen, sodass man meinen könnte, dass beide Seiten inklusive der mittelbar Beteiligten auf unterschiedlichen Planeten lebten. Es gibt sicherlich sehr viele Erklärungen dafür. Für mich ist die überzeugendste dafür: unser Gehirn.

Viele Ergebnisse neurologischer Natur der letzten drei Jahrzehnte weisen darauf hin, dass unsere Erinnerungen auch an sehr wichtige persönliche Ereignisse einer ständigen Mutation unterliegen, vergleichbar mit einem Zimmer, das man ständig umräumt, um “Ordnung” zu schaffen. Ferner können wir eine sogenannte “faktische” Wahrheit von einer eingebildeten Wahrheit nicht unterscheiden, weil in beiden Fällen die gleichen sensorischen Areale, emotionalen (limbischen) Regionen und die exekutiven Bereiche (Frontallappen) angesprochen werden. Insbesondere werden sie in der gleichen Art und Weise angesprochen. Ich zitiere aus dem Buch des verstorbenen Neurologen und Psychiaters Oliver Sachs: Der Strom des Bewusstseins.

“Es gibt offenbar keinen Mechanismus im Verstand oder im Gehirn, der die Echtheit, oder zumindest die wahrheitsgemäßen Eigenschaften, unserer Erinnerungen gewährleisten kann. Wir haben keinen direkten Zugang zur historischen Wahrheit, und was wir als wahr empfinden und geltend machen, hängt (…) im gleichen Maße von unserer Fantasie wie von unseren Sinnen ab. Es gibt keine Möglichkeit, die Geschehnisse dieser Welt direkt in unser Gehirn zu übertragen oder einzuspeichern; Sie werden auf höchst subjektive Weise erfahren und konstruiert, was bei jedem Menschen auf unterschiedliche Weise geschieht. Beim Erinnern werden sie dann noch einmal auf ganz eigene Art interpretiert und erlebt. Unsere einzige Wahrheit ist die narrative Wahrheit, die Geschichten, die wir einander und uns selbst erzählen.”

Und hier muss ich genau meinem ersten Blog: “Wir sind halt auch Computer” widersprechen. Unser Speicher im Gehirn entspricht eben nicht einer Festplatte. Ein Computer kann mit Hilfe quantenmechanischer Regeln präzise und unverrückbar Bits auf einem Solid-State- Drive speichern (https://youtu.be/5Mh3o886qpg). Er kann dann mit einer erschreckenden Präzession diese immer wieder bis in das allerkleinste Detail abrufen. Für uns jedoch gilt (ich zitiere wieder Oliver Sachs): …die Geschichten, die wir beständig neu kategorisieren und verbessern, sind diese Subjektivität, die untrennbar mit dem Wesen des Gedächtnisses verknüpft ist und ergibt sich aus den materiellen Voraussetzungen und Mechanismen, die ihm unser Gehirn liefert. Es ist erstaunlich, dass schwerwiegende Abweichungen so selten sind und dass unser Gedächtnis im Großen und Ganzen so solide und verlässlich ist.

Der Krieg, das steht für mich außer Frage, ist allerdings so eine schwerwiegende Abweichung, wobei dabei fatalerweise es nicht um die Abweichung zwischen narrativer und historischer Wahrheit nur eines Gehirns geht.

Die gute Nachricht jedoch ist, gerade weil unser Gedächtnis nicht wie eine Festplatte funktioniert, ist uns ein nahezu unerschöpfliches Potenzial an Kreativität gegeben. Mag es für alle gestrigen und zukünftigen Kriegsopfer wie blanker Hohn wirken, diese Kreativität ist die einzige Hoffnung, dass Frieden keine Utopie bleibt.

…die Wende zum Guten?

Nicht nur aus Hobby Gründen habe ich mich in den letzten zwei Jahren mit diesem Buch beschäftigt:

von Dr. Bernd Michael Bucholz und Professor Zbigniew Styczynski. Das Buch ist sehr gut richtet sich aber im Stil und Inhalt an Experten. Die Definition des Begriffs Smart Grid macht aber auch nicht Energieexperten die große Aufgabe deutlich vor der wir stehen:

Ein Smart Grid ist ein elektrisches Netz, das die Aktionen aller seiner Nutzer – Erzeuger, Verbraucher und Speicher – intelligent integriert,  um die effiziente, nachhaltige, wirtschaftliche und sichere Energieversorgung zu gewährleisten.

Die Hauptkomponenten eines Stromnetzes, ob intelligent oder nicht, bleiben:

  • die Stromquellen
  • die Hochspannungsübertragungsnetze 250kV bis 65kV
  • Die lokalen Verteilnetze im Spannungsbereich 65KV bis 220V
  • und last not least der Stromverbraucher (sorry -verbraucher*in). Wobei man mal ganz grob die Verbraucher in private Haushalte, Industrie und Diensleistungsgewerbe aufteilen kann.

Das sah dann ungefähr so bis zum Ende der 90ziger des letzen Jahrhunderts so aus:

Dass wir auf den Tripp der Elektroenergieversorgung kamen, haben wir sehr stark einem Engländer, Michael Faraday, und dem Schotten James Clerk Maxwell zu verdanken. Faraday entdeckte bzw. entwarf die Grundkonzepte des Elektromagnetismus. Er war der Elon Musk des 19. Jahrhunderts nur nicht so durchgeknallt wie dieser. Auf die Frage des britischen Premiers, was man denn mit diesem Elektromagnetismus anfangen könne, antwortete er weitblickend: “Das wisse er auch nicht aber er sei sicher, dass er (der Premier) mal sehr viel Steuern darauf erheben werden könne.” Er sollte recht behalten.

Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts enstanden die ersten Produkte aus Farradays Erkenntnissen: Der elektrische Wechselstrom- bzw. Spannungsgenerator. Durch Rotation eines permanent Magneten in einer metallischen Spulenleiteranordnung erzeugt das rotierende magnetische Wechselfeld ein zeitlich versetztes elektrisches Wechselfeld. Dazu konnte man das Know How aus der Entwicklung der Dampfmaschinen bestens nutzen, die den permament Magneten durch ein Getriebe in Rotation brachten. Man experimentierte zunächst mit einer Frequenz von 20-30Hz. Das gefiel einem Walter Edison aber gar nicht denn bei dieser Frequenz flackerte seine neueste Erfindung: “Die Glühlampe” und so einigte man sich auf 50Hz. Bei dieser Frequenz bekommt kein menschliches Auge den Nulldurchgang der Sinuswelle mit.  Dass das elektrische Licht der erste Mega Anwendungsfall des elektrischen Netzes werden würde, da war man sich sicher und das weitere folgen würde, war auch deutlich abzusehen. So verschwanden die Gaslichter immer mehr in den Städten nur die Düsseldorfer Jonges wehren sich bis heute dagegen (https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtrat-duesseldorf-gruenes-licht-fuer-gaslaternen_aid-50421349).

Von nun an sollten die 50Hz den Pulsschlag der Menschheit bestimmen. Dieser pathetische Satz ist durchaus wörtlich zu nehmen. Die Netzfrequenz darf nur in einem Bereich von:

+/- 200 milli Hz

schwanken. Schwankt die Netzfrequenz darüber hinaus droht Ungemach. Aber warum schwankt die Netzfrequenz überhaupt, kann man die Generatoren nicht ausreichend auf diese Drehfrequenz regeln? Doch das kann man aber die Änderung der Netzfrequenz wird durch Energieschwankungen im Netz im Zusammenspiel zwischen Erzeuger und Verbraucher verursacht. Man kann das sehr gut mit dem Fahrradfahren vergleichen. Will man eine konstante Geschwindigkeit auf einer ebenen Fläche erreichen, muss man eine kontinuierliche Kraft und damit Energie auf die Pedalen einwirken lassen. Wenn dann Gegenwind kommt und man trotzdem die gleiche Geschwindigkeit halten will, dann muss man mehr Energie aufwenden und umgekehrt bei Rückenwind muss mit weniger Kraft in die Pedale getreten werden. So ergeht es auch dem Generator, er “spürt“, dass ihm Energie entzogen wird, dass also Gegenwind herrscht und dementsprechend nimmt seine Drehfrequenz ab. Dabei hilft die Physik dem Generator ungemein seine Drefrequenz zu erhalten durch den Drehimpulserhaltungssatz. Aber ab einer gewissen Entnahme der Energie aus dem Netz, das Netz selber kann keine Energie speichern, nimmt die Rotationsfrequenz ab bzw. sie steigt, wenn zuviel Energie in das Netz “gepumpt” wird, weil gar nicht genug Energienachfrage da ist. Woher weiß nun ein Generator, ob Gegenwind oder Fahrtwind ihm “droht“? Es ist die Statistik, die ihm das sagt. Ein jeder größerer Energieerzeuger weiß auf jede Viertelstunde des Jahres schon im voraus genau, was er an Energie zu liefern hat. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier und das kommt den Energieversorgern sehr zu gute. Prinzipiell könnten auch höheren Frequenzschwankungen verkraftet werden, wenn es nur einen Generator und einen Verbraucher gäbe aber das ist natürlich nicht der Fall. So kann ein Auseinanderlaufen der Netzfrequenz zwischen verschiedenen Erzeuger und Verbraucher sich zu Überspannungen und Kurzschlussströmen aufschaukeln, die im schlimmsten Fall einen Blackout einläuten können. Damit das eben nicht passiert muss man dem Stromnetz geeignet eine Regelleistung zufügen, so dass der Generator kräftiger und leichter in die Pedalen tritt. Üblicherweise benutzt man dazu Gaskraftwerke, weil sie schnell in der Leistung hoch und runter gefahren werden können. Doch Gas ist dieses Jahr ganz schlecht und so müssen leider wieder mehr Kohlekraftwerke ans Netz. Übrigens Kernkraftwerke eignen sich zur Steuerung von schnell schwankender Regelleistung ganz schlecht.

Sehr sachlich aber auch mit einer prise “Spannung” erzählt das folgende Video der “illwerke vkw” aus Bregenz am Bodensee die Geschichte um den Pulsschlag 50Hz unserer Gesellschaft.

Nun könnte man meinen, ok, das ist eine etablierte Technik, die letzlich schon seit 100 Jahren existiert, ist das ganze noch erwähnenswert?

Nun zum einen, fossile Rohstoffe sind endlich bzw. man muss schon sehr lange warten bis sie sich erneut bilden. Wer näheres dazu wissen will, sollte mal unter dem Stichtwort das Zeitalter des Carbonium nachschauen. Doch wir verhalten uns eher wie eine süchtige Partygesellschaft, die den Ausgang der Party nicht findet und denkt, sollen doch zukünftige Generationen einfach wieder 100 Millionen Jahre warten bis Kohl, Öl und Gas wieder da sind. Aber durch den Klimawandel haben wir uns noch eine ganz besondere Problematiik eingehandelt von der ich schon oft geschrieben habe. Besonders von Wüsten umgebene Gebiete wir der Irak und Iran, die das einst fruchtbare Zweistromland mit Euphrat und Tigris bildeten, sind dem Untergang geweiht. Dass dies keine übertriebene Prognose ist, zeigt der unten gespeicherte Bericht vom ZDF Auslandsjournal, ausgestrahlt am 09.11.2022.

Das Ende des Garten Edens (Irak, das Land an Euphrat und Tigris 2022)

Tja und jetzt ist guter Rat im wahrsten Sinne des Wortes teuer. Die Lösung heißt regenerative Energien, die uns zurückbringen zu unserem Ursprung unserem Zentralgestirn: “Die Sonne”. Das ist nicht ganz richtig denn die Erde ist, wie die anderen Planeten des Sonnensystems und die Sonne selber, Ergebnis einer Super Nova eines erloschenen Sternes. Am Ende eines Sonnenlebenszyklus, wenn nicht mehr genug Wasserstoff zu Helium fusioniert werden kann, bricht eine Sonne unter Ihrem Eigengewicht zusammen, dabei entstehen dermassen hohe Drücke, dass eben nicht nur Helium sondern auch Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, eben die über 100 Elemente des Periodensystems erzeugt werden (um uns später damit in der Schule zu quälen), die im Finale der Super Nova in den interstellaren Raum geschossen werden. Das passiert aber mit unserer Sonne erst in fünf Milliarden Jahren. Die Menschheit hat also genug Zeit bis dahin Raumschiff Enterprise zu bauen, sollte aber jetzt sich schleunigs um die Energiewende kümmern als da wären:

  • Solarthermie (nicht geeignet für Deutschland aber z.B. Afrika), Quelle: die Sonne
  • Photovoltaik (Quelle: die Sonne)
  • Windkraft (Quelle: die Sonne denn Winde entstehen durch die Thermik der Sonne)
  • Wasserkraft (Quelle: Das Wasser zwischen Höhen und Tiefen)
  • Geothermie (Quelle: Die Vorgänger Sonne (siehe oben))

Es gibt also Alternativen zu den fossilen Brennstoffen aber sie haben mindestens zwei Nachteile:

  • Die regenerativen Energiequellen brauchen viel mehr Platz, da sie über große Flächen die Sonnenergie einfangen müssen. Bei Kohle, Gas und Öl hat über mehrer Millionen Jahre die Natur “für uns“, die in den abgestorbenen Pflanzen enthaltene Energie, die übrigens auch von der Sonne kam, zusammengepresst, gefaltet und wieder zusammengepresst, so dass wir sie seit 1775 munter wieder zu CO2 auseinanderbröseln mit den oben geschilderten Auswirkungen. Der Vorteil eine hochkonzentierte Energiequelle auszunutzen hat sich leider ins Gegenteil verkehrt und daher müssen wir großflächig im Gegensatz zu bisher Energie einsammeln.
  • Regenerative Energiequellen liefern nicht so konstant Energie, wie man es mit fossilen Kraftwerken und AKWs (wenn sie denn laufen) kennt.

Trotzdem sind die regenerative Energiequellen derzeit und damit meine ich einen Zeitabschnitt für die nächsten mindestens 20 Jahren unsere Hoffnung dem Klimawandel etwas entgegen zu setzen. Sie haben aber noch andere Vorteile als “nur” umweltfreundlich zu sein. Sie ermöglichen rohstoffarmen Ländern, wie Deutschland z.B., an eigene Energiequellen zu kommen. Sie können demokratischer verteilt werden, denn Windräder müssen nicht von riesigen Konzernen administriert werden, schon kleine Gemeinden können sich sie anschaffen und damit Geld in die Gemeindekasse wehen. Dass private Hausdächer von privat Leuten betrieben werden, ist selbstredend.

Doch ich erwähnte oben die Regelenergie, die in einem von regenerativen Energiequellen dominierten System noch stärker gebraucht wird als schon jetzt. Das ist zwar richtig, kann aber minimiert werden, wenn wir genügend Speicher aufbauen, von denen es derzeit leider viel zu wenige gibt. Das hat leider auch die Politik zu verantworten, die Speicher-Energie doppelt besteuert, einmal beim Einspeichern und dann wieder bei der Abgabe. So eine Steuerpolitik liefert wenig Anreize Speichersysteme für elektrische Energie aufzubauen.

Außerdem sollten wir lernen wieder mit der Sonne und ihren Rythmen zu leben. In der angedachten Zukunft der Energiewende Strategen, wird es keinen fixen kWh Preis pro Periode geben sondern einen während des Tages ständig schwankenden Strompreis und über IOT (Internet of Things) systeme werden Waschmaschinen genau dann Anspringen, wenn die Sonne scheint und der Wind bläst, weil dann wird der Strom billig sein wird. Allerdings muss man die Wäsche noch rechtzeitig selber in die Maschine legen, man sollte nur nicht erwarten, dass die Maschine gleich loslegt. Das ist alles kein Sience Fiction und sogar heute schon leicht machbar aber ich sehe schon die Diskussionen zwischen Mann und Frau, warum die Wäsche nicht gewaschen wurde.

Was da alles möglich ist mit der Energiewende, zeigt das folgende Video vom Youtube Dr. Watson Kanal. Den Kanal kann ich wirklich empfehlen, die Macher haben sich auf die Fahnen geschrieben die Energiewende und Umweltschutz nach vorne zu bringen und das wirklich mit einer unglaublichen Power.

Zum Schluss noch ein kleines Elektro-Technik Rätsel von mir:

Wir bekommen in unseren Haushalten bekanntlich Wechselstrom geliefert. Dieser wird durch eine Sinuskurve beschrieben:

In der oberen Halbwelle fließt der Strom vom Kraftwerk zum Verbraucher aber in der unteren Halbwelle fließt er gleich wieder zurück:

Wechselstrom ändert ständig seine Richtung zwischen Generator und Verbraucher. Wie kommt er dann bei uns Verbrauchern letzlich an?

Wechselstrom ändert ständig seine Richtung zwischen Generator und Verbraucher. Wie kommt der elektrische Strom dann bei uns Verbrauchern letztlich an, er müsste doch in der Leitung stecken bleiben?

Die Gnade des Vergessens

Viele erinnern sich, wobei wir schon beim Thema sind, noch an die Entscheidung von deutschen und europäischen Richtern, dass man auch im Zeitalter von Suchmaschinen, ein Recht darauf hat, dass ein Geschehnis, was mit einem verbunden ist, gelöscht werden kann. So ein Recht ist für eine informationshungrige Gesellschaft, wie sie durch das Internet in nie gewesener Form zuvor möglich ist, eine sehr besonderes Recht. Auch ohne Details dieser Rechtssprechung zu kennen, dieses Recht durchzusetzen ist höchst wahrscheinlich sehr schwierig.

Dabei ist das Vergessen eine lebenswichtige Funktionalität unseres Gehirns. Der Schlaf ist dabei der Meister beim Entrümpeln des Speichers.  Sorgfältig und intensiv reogarnisiert er den Speicherinhalt und man darf davon ausgehen, dass nach einem besonders erholsamen Schlaf auch gegügend Information beim Aufgewachten “entsorgt” wurde. Man sollte allerdings nicht denken, dass diese Information vollkommen gelöscht wurde, eher wurde sie maskiert bzw. ihr Status (relevant nicht relevant) wurde verändert. IT Menschen würden davon sprechen, dass die Daten von der “Hot”-Datenbank auf die “Cold” Datenbank transferriert werden.

Warum ist das so? Nun auf uns treffen eine unzählige Menge von Information zu, auch wenn wir schlafen. Vergessen bzw. maskieren von Erinnerungen ist notwendig, um die Spreu vom Weizen zu trennen, um zu erkennen, was wichtig ist oder einfach in die Spam Ablage “geroutet” werden kann bis es ganz “scheinbar” untergeht. Das Vergessen hilft uns also eine innere Struktur bzw. Ordnung aufzubauen, ohne die wir kaum leben könnten. Interessanterweise funktioniert diese Fähigkeit systembedingt unbewusst ohne konkrete Maßnahmen des Menschen. Bekanntlich würde ein Stimulus: “Ich will das jetzt vergessen!” genau zum Gegenteil führen. Wohl dem, der also über einen gesunden Schlaf verfügt und vergessen kann.

Aber in der Evolution gibt es nichts, was es noch nicht gibt, so scheint es zumindest. Denn es gibt leider sehr bedauernswerte Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht vergessen können. Sie können sich noch über viele Jahrzehnte an jeden Tag und Stunde erinnern und leiden darunter sehr, da auch die sehr unangenehmen Erlebnisse für sie so präsent sind, als wären sie gestern geschehen. Es sind nur wenige Menschen von dieser “Fähigkeit” betroffen aber die Wissenschaft hat in den letzten Jahren (Bereich Genetik und Neurobiologie/informatik) große Fortschritte gemacht, zu erklären, warum diese Menschen diese “Gabe” haben. In einem Forschungsprojekt wurden dazu 60 Patienten ausgewählt, die nach vielen Voranalysen zu jener Gruppe, der nicht Vergessenden gehören. Ihre Gene wurden nach allen Regeln der Kunst analysiert und tatsächlich fand man bei diesen 60 Patienten eine Gensequenz, die bei keiner Kontrollgruppe sonst gefunden wurde (das künstliche Intelligenz bei dieser Suche sehr hilfreich war, sei nebenbei erwähnt).

Warum interessiert sich die Forschung aber für so einen Bereich, wenn glücklicherweise nur sehr wenige Menschen davon betroffen sind?

Es gibt nun seit längerem eine Entwicklung in die ganz andere Richtung. Wir werden immer älter und das Alter macht auch vor unserem Gehirn nicht halt. Die Rede ist von Demenz. Bei diesem Begriff kann man einmal lernen, wie ein lateinischer, “technischer Begriff” die Komplexität des Problems zusammenfasst. Der Begriff Demenz besteht im Kern aus den lateinischen Worten “de mens”, wörtlich übersetzt: “ohne Geist”. Demenz ist also die Krankheit: “ohne Geist”! Was das bedeutet lernte ich als Altenpfleger.

Als Hauptgrund für das Auftreten dieser Krankheit wird das Alter erwähnt, doch ist diese Angabe recht relativ. Als ich als Altenpfleger arbeitete, gab es eine Heimbewohnerin, die schon mit 52 Jahren sehr dement war. Mich schockierte als junger Mann ihr Zustand, da man mir auch zuvor sagte, dass sie mal eine Mathemathik Lehrerin gewesen war. Ich kaufte deswegen eine Art Domino Spiel für Kinder für sie, mit dem man Zahlen zusammenstellt. Sie konnte leider kaum noch sprechen, sie lief den ganzen Tag hin und her mal lachend, dann wieder schluchzend und weinend. Was in ihr vorging, man konnte es von außen nicht mehr richtig feststellen. War sie jetzt dieser Mensch “ohne Geist”, dessen Körper agiert und funktioniert aber letzlich ohne geistige Kontrolle? Als junger Mensch wollte ich das nicht akzeptieren und fing mit ihr an, das Zahlenspiel zu spielen. Sie wollte nicht mitmachen und ließ mich alle Steine legen. So ging es Wochen lang, ohne dass ich von ihr irgendeine Reaktion feststellen konnte. Sie beobachte zwar, wie ich die Zahlen legte und auf sie einredete, ob sie aber irgendwie das registrierte, was ich mit den Zahlen machte, blieb für mich unergründlich. Dann kam der Tag, der mir sagte, dass es sie noch gab.  Ich kam in ihr Zimmer und üblicherweise schaute sie aus dem Fenster und brummte vor sich hin. Manchmal schaute sie einem auch gar nicht an, selbst wenn man sie gezielt ansprach und versuchte ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber an diesem Tag war alles anders. Sie saß an ihrem Esstisch und spielte mit den Steinen. Sie lachte als sie mich sah und zeigte mir, dass ich mich auch setzen sollte. Und dann spielten wir, nicht nach den Regeln sondern unser eigenes Spiel. Ich legte zwei Steine auf den Tisch, sie legte zwei Steine auf den Tisch, ich nahm drei Steine weg, sie nahm drei Steine weg. Ich stand auf, sie stand auf, ich drehte mich um, sie drehte sich um. Sie kopierte Haar genau jede Regung von mir und wir lachten unglaublich viel dabei. Diese Erlebnis habe ich sehr tief in mir unter dem Stichwort Hoffnung abgespeichert.

Aber Demenz muss lang nicht so gravierend auftreten als dass es einen Effekt hätte.  Demenz greift den Speicher an, es werden dann eben zuviele Sachen vergessen, die für die innere Ordnung entscheident sein können. Schlüssel, Portmonaie und Brille das geht schon mal verloren und wenn es dauernd passiert dann kann das einen schon sehr durcheinander machen. Aber auch hierfür hat das Gehirn des Betroffenen eine Lösung: Die Sachen wurden gestohlen. Mit meinen damals langen Haaren und Rauschebart war ich der perfekte Räuber. So kamen die Patienten öfter vorsichtig auf mich zu und pflüsterten: “Werden Sie so schlecht bezahlt, dass sie stehlen müssen?” Ich nickte und antwortete: “Ja es ist ein Hungerlohn.” Die meisten Patienten lächelten und damit war die Welt wieder in Ordnung.

Anbei ein paar sehr interessante Videos zum Thema Gehirn und das Altern, wobei ein Video über die sogenannte Neuroplastizität geht mit der Kernaussage: “Wir lernen bis zum letzen Atemzug, auch wenn manchmal etwas verloren geht.”

https://www.zdf.de/wissen/nano/220921-sendung-102.html