Energie ist immer dann ein Thema, wenn wir merken, dass wir sie uns gar nicht leisten können. Ich habe diesen Aspekt, seltsam wie ich bin, immer zunächst aus der Perspektive der Umwelt gesehen. Für mich ist es nach wie vor unanständig, die Entropie auf der Erde so zu steigern, durch Verbrauch der fossilen Energien, dass dabei das Klima deutlich zu unserem Ungunsten sich entwickelt (siehe auch hier: https://chrisfaustulus.com/2026/02/07/scotty-energie/).
Dieselpreise, die derzeit bei 2,25 Euro in Deutschland liegen können (Stand 21.03.2026), verursachen natürlich enormen wirtschaftlichen Schaden für jedermann und -frau und das sofort an der Zapfsäule und etwas später in Preiserhöhungen bei allen Produkten und Dienstleistungen.
Trotzdem möchte ich zunächst über die aktuelle Klimaveränderungssituation sprechen, auch wenn das bei dieser Inflation von Krisen etwas untergeht, aber auch das ist nur eine subjektive Wahrnehmung. Der Klimawandel hat sich leider als treuer Krisenbegleiter etabliert:
Hitzewelle im Westen der USA: Klimawandel schlägt zu
Mitte März 2026 klettert das Thermometer im Westen der USA auf über 35 °C – in Kalifornien und Arizona werden Rekorde für die Jahreszeit gebrochen. Ursache ist eine „Hitzeglocke“, die heiße Luft festhält. Doch der eigentliche Treiber ist der Klimawandel: Er macht Extremwetter häufiger, intensiver und früher. Während der Westen glüht, friert der Osten – ein Zeichen für die gestörte Wetterdynamik durch die Erderwärmung.
Die Folgen: Gesundheitsrisiken, Dürregefahr und überlastete Stromnetze. Diese Hitzewelle ist kein Ausrutscher, sondern die neue Normalität.
James Hansens Warnung: „Klima in der Pipeline“ – Warum die schwache Abkühlung 2025 seine Thesen bestätigt
Der renommierte Klimawissenschaftler James Hansen warnt seit Jahren vor einem „Klima in der Pipeline“ – gemeint ist die verzögerte, aber unausweichliche Wirkung bereits ausgestoßener Treibhausgase. Sein Kernargument: Selbst wenn wir heute alle Emissionen stoppen, wird sich die Erde weiter erwärmen, weil Ozeane und Eisschilde nur langsam auf die bisherige Erwärmung reagieren.
Die geringe Abkühlung 2025 während der La Niña-Phase – normalerweise senkt La Niña die globale Temperatur um 0,1–0,2 °C, doch 2025 blieb dieser Effekt fast aus – ist für Hansen ein Beleg dafür, dass das Klimasystem bereits so stark aufgeheizt ist, dass natürliche Kühlmechanismen kaum noch wirken. Sein Fazit:
- Die grundlegende Erwärmung durch CO₂ und andere Treibhausgase überlagert zunehmend natürliche Schwankungen wie ENSO (El Niño/La Niña).
- Die „im System gespeicherte“ Wärme – vor allem in den Ozeanen – wird in den kommenden Jahrzehnten freigesetzt und treibt die Temperaturen noch stärker nach oben, selbst ohne weitere Emissionen.
- Aktuelle Daten zeigen: Die Erwärmungsrate beschleunigt sich, weil Rückkopplungseffekte (z. B. schmelzendes Eis, freigesetzte Methanvorkommen) die Erderhitzung zusätzlich antreiben.
Hansens Schlussfolgerung: Wir unterschätzen das Tempo des Klimawandels. Die schwache La Niña-Abkühlung 2025 beweist, dass die Erde schneller aufheizt als viele Modelle vorhersagen – und wir bereits heute Maßnahmen ergreifen müssen, um die schlimmsten Folgen abzuwenden. Seine dringende Botschaft: „Die Pipeline ist voll – wenn wir nicht jetzt handeln, wird uns die Hitze überrollen.“
Nun, das alles erschüttert einen erst mal nicht so, wie hohe Spritpreise. Eine potenzielle Gefahr in der Zukunft materialisiert sich eben erst dann, wenn sie einen selbst und unmittelbar trifft. Unsere lebenswichtige Fähigkeit zur Verdrängung ermöglicht es uns, mittelbare Gefahren weit außerhalb des Universums zu verlagern. Sonst könnten wir kaum mit dem Fakt des Todes umgehen.
Daher die gute Nachricht: Batterien sind im Kommen, sogar auf Basis von Natrium, auch wenn das noch etwas Zukunft ist. Lithiumbasierte Lösungen sind aber alles andere als Zukunft. Eine aktuelle Analyse von Gemini 3 attestiert Deutschland einen dynamischen Batterienmarkt auf dem Weg zur treibhausgasneutralen Zukunft.