Land unter…

Wir erleben eine Katastrophe in Mittel- und Osteuropa, deren Auswirkungen uns alle aufrütteln sollten. Die heftigen Regenfälle, die Überschwemmungen und das menschliche Leid, das sich derzeit in Tschechien, Polen, Österreich und weiteren Regionen abspielt, sind kein isoliertes Ereignis. Vielmehr sind sie ein klares Symptom dessen, was Wissenschaftler seit Jahrzehnten prophezeien: Ein sich erwärmendes Klima, das unsere Wetterextreme verschärft. Die Wasseroberflächen des Mittelmeers und des Schwarzen Meers sind mittlerweile erschreckend heiß, deutlich wärmer als noch vor wenigen Jahrzehnten. Diese warmen Meeresoberflächen wirken, wie ein gigantischer Dampfkessel, der feuchte Luftmassen in die Atmosphäre pumpt.

Wir wissen, dass eine um nur ein Grad Celsius erwärmte Atmosphäre 7 % mehr Wasserdampf speichern kann. Das ist eine enorme Menge, die sich nun in den massiven Regenfällen entlädt, die über dem bereits gesättigten Boden Europas niedergehen. Diese zusätzlichen Wassermengen finden keinen Platz mehr und führen zu den katastrophalen Überflutungen, die wir derzeit erleben.

Das Erschütternde ist, dass genau diese Entwicklungen in Klimamodellen seit den 1990er Jahren prognostiziert wurden. Klimaforscher haben unermüdlich gewarnt, dass wir solche Extremereignisse häufiger und intensiver erleben werden, wenn wir weiterhin Treibhausgase in die Atmosphäre pumpen und fossile Brennstoffe verbrennen. Doch in vielen Teilen der Welt werden diese Katastrophen nach wie vor als isolierte Einzelschicksale wahrgenommen – eine Flut, ein Sturm, ein Waldbrand, hier und dort. Es scheint, als ob die globale Gemeinschaft die systemischen Ursachen nicht vollständig anerkennt. Stattdessen bleibt es für viele eine unzusammenhängende Aneinanderreihung von Tragödien, die „anderen“ Menschen widerfahren.

Doch es sind keine isolierten Ereignisse. Wir alle tragen eine Verantwortung, denn diese Katastrophen sind die Folge unseres kollektiven Handelns. Die menschliche Gesellschaft muss erkennen, dass diese Unwetter nicht nur eine vorübergehende Krise darstellen, sondern der Beginn einer neuen Realität. Wenn wir weiter zögern, tiefgreifende Veränderungen vorzunehmen, werden solche Extremwetterereignisse zu unserem Alltag werden. Wir müssen jetzt handeln, bevor es zu spät ist.

Die Tragödie in Europa ist kein Einzelfall – sie ist ein Warnschuss an uns alle.

Die gelben Flächen zeigen eine Temperaturerhöhung von mehr als +3° Celsius zum langjährigen Mittel.

Es gibt keinen einfachen Ausweg aus der Klimakrise. Die Umstellung auf regenerative Energien und die Reduzierung fossiler Brennstoffe sind wichtige Schritte, doch die Auswirkungen werden nicht sofort spürbar sein. Ein einzelnes CO₂-Molekül kann bis zu 1000 Jahre in der Atmosphäre verbleiben, was bedeutet, dass die bereits emittierten Treibhausgase weiterhin wirken werden. Dennoch kann eine beschleunigte Umstellung auf erneuerbare Energien und der Verzicht auf fossile Brennstoffe die Rate der Erwärmung verlangsamen und uns wertvolle Zeit geben, uns anzupassen. In dieser Zeit können wir auch Technologien entwickeln und verbessern, die in der Lage sind, CO₂ aktiv aus der Atmosphäre zu entfernen.

Wenn wir das Klimaproblem ignorieren, riskieren wir, dass die Menschheit scheitert. Die Maßnahmen, die wir heute ergreifen, bestimmen, ob künftige Generationen in einer Welt leben, die bewohnbar bleibt. Es ist ein Rennen gegen die Zeit, bei dem jeder Schritt zählt, und nur durch vereinte globale Anstrengungen können wir den Kurs der Klimaveränderung noch beeinflussen.

4 thoughts on “Land unter…

  1. Mag alles von interessierter Seite belegt sein – überprüft eigentlich derzeit jemand den Schadstoffausstoß sinnlos verballerter Kampfmittel im UK oder Nahost? Nie etwas darüber gehört 😀😀

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    1. Der Spiegel hat in einem Artikel wissenschaftliche Studien veröffentlicht, in denen die Wissenschaftler die CO₂-Emissionen im Russland-Ukraine-Krieg mit den Emissionen der Niederlande vergleichen. Das ist sehr viel, aber ich würde mich auch wehren, wenn man mir Bomben auf meine Wohnung kippt und Menschen dabei ermordet. Die Kriege zeigen das eigentliche Problem, warum auch im Klimaschutz viel zu wenig gemacht wird. Es fehlt an Kooperation und mehr noch, aus der Idee, dass eine globalisierte Welt eine Welt der Möglichkeiten ist, ist eine Welt der Konfrontation geworden und diese wird weiter zunehmen.

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  2. Danke für Info. Ich bin im Krieg geboren und sehe wieder einen in Deutschland kommen. Ursachen gibt es wohl mehrere. Wer ihn beendet ist fraglich. Die stets steigenden Ausgaben dafür in Umwelt- und Hungerhilfe weltweit – ein Traum..

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