Die Wärmepumpe?

Nun habe ich viel über KI gesprochen, so hat jedoch eine weitaus traditionellere Technik, die aktuelle Politik in Deutschland im Ergebnis, umgewälzt: die Wärmepumpe.

Wie ist die Ausgangslage?

Die Grafik zeigt recht deutlich, dass Wohnen mit 20 % CO₂ Emissionen gleich groß mit der Mobilität konkurriert. Angeführt wird der CO₂-Fußabdruck allerdings von der bei Statistikern sehr gefürchteten Kategorie “Sonstige” in diesem Fall “Sonstiger Konsum”. Was verbirgt sich hinter der Kategorie? Die Wirtschaft, die produziert, handelt und Energie dafür erzeugt und die in der Tat bisher am meisten zur Reduktion des schwergewichtigen Fußabdrucks eines Erwachsenen zum Babyfußabdruck geleistet hat.

Bei den Kategorien Wohnen und Mobilität geht es allerdings sehr stark, um den persönlichen CO₂ Beitrag. Die Wohnung bzw. das Haus heizen wir nicht für andere, sondern für uns selbst. Bei der Mobilität ist sicherlich auch noch ein großer Teil für die Allgemeinheit (Berufspendler), aber auch ein nicht zu vernachlässigender privater Anteil.

Schaut man sich nochmal genauer die direkten CO₂-Emissionen im Haushalt an, so wird klar, da ist etwas für den Klimaminister zu holen:

Doch wenn man in das persönliche vordringt, dann wird es für einen Politiker recht schwierig. In einem Interview mit Habeck kurz nach Bundestagswahl 2021, als er noch beliebt war, sagte er, er mache sich keine Illusionen, dass seine Beliebtheit schnell sich verflüchtige, wenn er gewisse Sachen anpacken würde. Ich hoffe, er erinnert sich noch dran.

Was hat das alles mit der Wärmepumpe zu tun? Wie funktioniert die Wärmepumpe? Dazu sollte man sich nochmal überlegen, wie funktioniert unser Kühlschrank, der uns ja schon länger vertraut ist. Um diese Frage zu beantworten, muss man sich nochmal überlegen, warum ist es in den Bergen eigentlich kälter als bei uns Flachländern. Wieso liegt bzw. lag auf den Bergen Schnee auch im Sommer und nicht bei uns unten. Intuitiv ist das nicht. Weiß doch jeder, dass es wärmer, und zwar quadratisch wird, wenn wir uns einer Wärmequelle nähern. Und die Berge sind der Sonne näher als das Flachland. Aber da war doch noch die Sache mit dem Druck. Durch die Schwerkraft wollen die Gasmoleküle sich lieber unten ausbreiten, da herrscht großes Gedränge, daher kollidiert man ständig und kommt nicht zu Ruhe. Doch Bewegung bedeutet Wärme. Ganz anders, da oben, wo viel Platz ist, da kann sich das Luftmolekül noch ausbreiten, verliert dabei seine Bewegungsenergie und tauscht sie in potenzielle Energie. Da, wo wenig sich bewegt, da ist es halt kalt. Und der Kühlschrank komprimiert geeignete Gase zu einer Flüssigkeit und lässt diese sich entspannt im Kühlschrank abkühlen.

Die Wärmepumpe funktioniert genauso, nur umgekehrt. Sie pumpt Wärme aus der Umgebung und komprimiert sie, dabei erwärmt sich die Luft und kann zum Heizen verwendet werden. Jeder, der mal ein Fahrradreifen aufgepumpt hat, sollte diese Erfahrung schon gemacht haben.

Die gute Nachricht ist, die Wärmepumpe kann 1KWH Energie aus Strom in 3KWH Energie in Wärme transferieren. Das hört sich nach Verletzung des Energieerhaltungssatzes an? Ist es aber nicht, weil der erste Hauptsatz der Wärmelehre nur für geschlossene Systeme gilt. Dies ist aber für ein Pumpsystem, das Außenluft mit Innenluft verbindet, nicht der Fall.

In diesem Zusammenhang möchte auch nochmal darauf hinweisen, dass das Universum auch kein geschlossenes System ist, da es sich sonst nicht beschleunigt ausdehnen könnte, was es aber gerade tut.

Zurück zur Wärmepumpe. Dieser günstiger Energietausch zwischen Strom und Wärme macht die Wärmepumpe zum Key Player hin zum emissionsfreien Heizen. Moderne Wärmepumpen sind auch im Altbau einsetzbar, durch diesen hohen Wirkungsgrad. Dämmen kann sicherlich nie schaden, aber dass sie nur mit Fußbodenheizung funktioniert, stimmt einfach nicht, die existierenden Heizungskörper können genutzt werden. Will man aber mit möglichst wenig Strom heizen, ist dämmen das Mittel der Wahl.

Worin liegt nun das Problem? Sie ist in der Anfangsinstallation auch nach Abzug von Subventionen teurer als eine neue Gasheizung. Sie ist auch im Betrieb nicht billiger als eine Gasheizung, da derzeit auch der Strom ziemlich teuer ist. Nur sollte der Strompreis tendenziell sinken, je mehr Windräder und Solarmodule stehen. Doch ich bin vorsichtig mit dieser Aussage. Die Nachfrage nach grünem Strom steigt beständig, da ja auch der Verkehr elektrifiziert werden muss. So wäre ich schon froh, wenn wir den Strompreis halten können. Ganz sicher bin ich mir aber, dass der Gaspreis nur eine Richtung kennt und die ist nach oben, weil wir einerseits eine ganz große Quelle von Gas noch lange ausschließen können und der CO₂ Preis auch nur eine Richtung kennt.

Und warum schaut Habeck jetzt so drein?

Das Hauptproblem sind die fehlenden Wärmepumpeninstallateure? Wir haben sie schlichtweg nicht und bis KI Roboter so filigrane Hände haben wie wir, sind wir mit dem Thema Klimawandel dann auch schon durch.

Außerdem weiß er jetzt, warum die Ober Physikerin der letzten Jahre sich für die Energiewende eher distanziert bemüht hat, außer wenn Atomkraftwerke kollabierten.

Umfragewerte kann man mit diesem Thema bestens in den Keller bringen, da wo die Gasheizung fest eingebaut steht.

Da ich auch weiß, dass man mir nicht glaubt, verweise ich auf einen Physiker, Philosophen und Menschenkenner:

Harald Lesch und die Wärmepumpe

Der Beitrag ist es wert, bis zum Ende gesehen zu werden, denn das Problem bei allen Transformationen ist nicht die Technik, sondern das Vertrauen.

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