Ein Leser machte mich doch aufmerksam auf eine sehr unglückliche Formulierung in meinem letzten Blog. Ich schrieb, dass das Licht nach 13,7 Milliarden Jahren nun bei uns eintrifft und eine Strecke von 40-45 Milliarden Lichtjahren zurückgelegt hätte.
Das Licht, dass vor ca. 13,7 Milliarden Jahren von einer Galaxie in die Richtung abgeschickt wurde, wo heute das Space Telescope James Webb ruht, hat eine geringere Strecke als 40-45 Milliarden Lichtjahre zu uns zurückgelegt aber durch die Raumzeit Expansion des Weltalls eine größere Strecke als 13,7 Milliarden Lichtjahre.
Besser erklären kann man das an einem Raumzeit Diagramm:

Auf der horizontalen Achse ist der Abstand eines Objektes zu Erde aufgetragen und auf der Vertikalen die Zeit. Sei der grüne Punkt links eine Galaxie, die 100 Millionen Jahren nach dem Urknall Licht in Richtung unserer entstehenden Milchstraße schickt, in der ca. 9,2 Milliarden Jahre später unsere Sonne samt Erde auftaucht. Doch obwohl das Licht dieser Galaxie, zu “uns” abgestrahlt wurde, entfernt es sich zunächst, weil es gegen die Expansion des Universums wie gegen eine Strömung ankämpfen muss. Dabei kann sich der Raum des Universums sogar schneller als mit Lichtgeschwindigkeit c ausbreiten. Alle Objekte innerhalb des Raumes allerdings nicht. Mit der Zeit kann das abgestrahlte Licht aber zumindest den Abstand zu “uns” halten und dann sukzessive abbauen bis es eben 13,7 Milliarden Jahre später auf den Spiegel des Webb Teleskops auftrifft.
Währenddessen ist allerdings die Galaxie selber, die das Licht in unsere Richtung abgegeben hat vor 13,7 Milliarden Jahren bis zu 45 Milliarden Lichtjahre von uns “weggedriftet” (wohlgemerkt nicht, weil sie einen Antriebsmotor hat, sondern weil sich Raum mit der Zeit zwischen ihr und unserer Galaxie gebildet hat, der zuvor nicht da war). Dies sei mit dem zweiten grünen Punkt rechts im Diagramm aufgezeigt. Licht aus dieser damals “nahen” Galaxie, das vor dem sogenannten Teilchenhorizont aber hinter dem Ereignishorizont heute abgeschickt wird, würde uns nie erreichen. Der Ereignishorizont markiert die räumlich-zeitliche Grenze, ab der wir Informationen von Objekten heute und in Zukunft nicht mehr erhalten werden.
Der Ereignishorizont macht deswegen auch deutlich, warum wir wohl auch in Zukunft kaum Leben auf intergalaktischen Sphären zu suchen brauchen. Sollten Lebewesen ähnlich viel Zeit auf ihrem Planeten gebraucht haben, wie wir, bis sie fähig wurden elektromagnetische Signale zu verschicken und zu empfangen, dann kommen, wenn überhaupt, nur Galaxien in unserer lokalen Gruppe in Frage.
Deswegen sucht das James Webb Teleskop Bio Marker auf Exoplaneten innerhalb der Milchstraße.
Böse Zungen behauptet jemand habe sich etwas dabei gedacht, dass wir nur maximal bis zum Ereignishorizont kommunizieren können aber es sei zumindest erwähnt, dass dieser Ereignishorizont höchst wahrscheinlich für alle Galaxien in diesem gar nicht so kleinem Universum existiert.