Ich möchte mit diesem Blog auf einen sehr guten arte Beitrag zum Thema Klimawandel hinweisen. Der Beitrag ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Zum einen kommen global verteilt Wissenschaftler zur Worte aber auch Klima Praktiker wie Landwirte, die alles andere tun als den Kopf in den Sand stecken.
Wenn ich den Beitrag kurz zusammenfasse, dann hat sich die Durchschnittstemperatur in der Arktis schon um drei Grad erhöht gegenüber 1,1 Grad bezogen auf den gesamt Planeten (Deutschland 1,5 Grad). Durch das Wegschmelzen von Gletschern und Polareis wird der Albedo Faktor der Erde reduziert, was zusätzlich die Meere erwärmt und diese geben dann vermehrt wiederum CO2 in die Atmosphäre ab, da sie die in ihnen gebundene Kohlensäure als CO2 reemittieren. So gibt es eine Reihe von mitkoppelnden Effekten, die zu einem weiteren Ansteigen der Atmosphärentemperatur führen. Die Klimaeffekte sind zum Teil komplex miteinander verbunden aber es gibt einen gemeinsamen Antreiber der Klimaveränderung und das ist die Veränderung der globalen Winde, allen voran die Veränderung des Jetstreams auf der Nordhalbkugel. Diese Veränderung der Winde durch den Menschen gemachten Klimawandel erzählt der Beitrag in brillanter Weise und zeigt auch Schicksale, die der Klimawandel jetzt schon schwer getroffen hat.
Ich möchte noch auf ein Thema des Beitrages besonders hinweisen und das sind die Attributionswissenschaften zu deutsch: die Zuordnungswissenschaften. Bezogen auf den Klimawandel heißt die Frage: Wieviel Klimawandel steckt denn in aktuellen Wetter Kapriolen eigentlich drin? Denn natürlich gab es Wetter Extreme auch vor der Industrialisierung durch den Menschen. Hier helfen Hochleistungscomputeranlagen, mit denen man das Wetter von 1775 bis heute durch simulieren kann. Das macht man dann z.B. 10.000 mal. Dabei hält man aber in der Simulation den CO2 Gehalt der Atmosphäre konstant, wie er vor der Industrialisierung war, als ob es den Menschen nicht gegeben hätte. Nun zählt man in den Simulationen nach, wieviel Überschwemmungen gab es z.B. in der Region Deutschland und vergleicht das mit dem Ist Zustand. Dieser Vergleich wird im Beitrag sehr deutlich herausgearbeitet.
Der arte Beitrag liefert aber auch einige Ansätze, was wir tun können, um die Effekte zu reduzieren. Dazu gehört aber auch die Erkenntnis, dass wir innerhalb dieses Jahrhunderts eine Technik entwickeln müssen, die es erlaubt große Mengen von CO2 aus der Atmosphäre zu entnehmen und sicher z. B. in Gestein zu speichern. Da das CO2 Molekül sehr stabil ist, ist das leider alles andere als eine triviale Aufgabe.
Wohl schon nächste Woche werden wir an den Klimawandel auch in unseren Breiten sehr wahrscheinlich wieder erinnert. Die Wetter Prognosen für nächste Woche halten Spitzentemperaturen von 40 Grad für möglich, was innerhalb des kalendarischen Frühlings sehr ungewöhnlich ist.
Und hier der Link: https://youtu.be/sPOs-iQy4h8